Das ganze Gemüse-Potenzial der Pfalz nutzen

Die Pfalz ist (neben anderen Regionen, die diesen Namen beanspruchen) eine Toskana Deutschlands. Hier wächst alles: Feigen, Spargel, Radieschen, Lauch, Pastinaken, Erdbeeren, Kirschen, Birnen, Äpfel…

Das Klima meint es gut mit der Pfalz, sie ist eine der ersten Regionen in Deutschland, in der Salate und anderes Gemüse geerntet werden können. Gepaart mit einer immer feineren Anbautechnik, einer guten Beratung und stark spezialisierten Betriebsleitern ist das ein unschätzbarer Wert und keine Selbstver­ständ­­lichkeit. Man würde heutzutage von einem Cluster Gemüseproduktion sprechen. Und dennoch ist auch das System der Pfälzer Gemüseproduktion anfällig. Da ist das Wetter, das mit zunehmenden Extremer-eignissen aufwartet, da sind Katas­trophen wie EHEC, die von einem Tag auf den anderen den Vertrieb zum Erliegen bringen, da sind Schädlinge, müde Böden und oft eine ungeklärte Hofnachfolge, weil sich die Kinder diesem hohen zeitlichen, wirtschaftlichen und somit auch psychischen Druck, den sie bei den Eltern sehen, nicht aussetzen möchten. Genug Gründe, um zusammenzurücken. Um den Pfälzer Gemüsegarten lang­fris­tig erfolgreich zu erhalten, müss­ten die Vermarktungsstrukturen optimiert werden.

Die Großkunden, wie der LEH, stellen eine konzentrierte Macht dar. Da können die Erzeuger, die zwar auch in den vergangenen Jahrzehnten kräftig gewachsen sind, nie mithalten. Der Zeitpunkt für „eine pfälzische“ Gemüsevermarktung wäre gut, da auch die politische Unterstützung vorhanden ist. Mit der Fusion der Gemüsemärkte Maxdorf und Mutterstadt wurde im vergangenen Jahr ein entscheidender Schritt getan. Weitere Anbauer sollten noch ins Boot geholt werden.

Elke Setzepfand
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