Das Kreuz mit dem Kraut

Über die Probleme mit Jakobskreuzkraut wurde im LW schon wiederholt berichtet. Die­se zweijährige Pflanze ist hochgiftig für Weidetiere, die durch den Verzehr lebensgefährliche Leberschäden davontragen können. Besonders empfindlich reagieren Pferde. Da die Pflanzen zurzeit in voller Blüte stehen, mehren sich die Anfragen bei den landwirtschaftlichen Beratungsstellen, denn offensichtlich ist dieses problematische Gewächs weiter auf dem Vormarsch.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen profitiert die schon immer bei uns heimische Pflanze vom Klimawandel, andererseits kann sie sich besonders gut auf ungepflegten, offenen Flächen vermehren. Leider lässt die Pflege von beispielsweise Brachen, aber auch Straßenrändern, Banketten oder Bahntrassen in den letzten Jahren oft zu wünschen übrig. Der Hessische Bauernverband hat gerade in einem Schreiben an das Wirtschaftsministerium auf diesen Umstand hingewiesen und die regelmäßige Pflege solcher Flächen gefordert. Denn der Samenflug von dort führt immer wieder zu neuen Jungpflanzen auf benachbartem Grünland.

In einer intensiv genutzen Mähweide hat das Kraut langfristig aber keine Chance. Daher ist auch nicht zu befürchten, dass größere Mengen davon an Kühe verfüttert werden. Beim Weidegang meiden die Tiere das Jakobskreuzkraut. Oft sind es aber die weniger intensiv gepflegten Pferdeweiden, die einen hohen Kreuzkrautbesatz aufweisen. Sol­che Flächen müssen notfalls umgebrochen, neu angelegt und weiter überwacht werden. Größere Mengen eines Aufwuchses, die verworfen werden müssen, können zum Beispiel – mit Genehmigung der Gemeinde – verbrannt werden, um das Aussamen der Pflanzen zu verhindern.

Damit es auf lange Sicht nicht zu weiteren Problemen kommt, müssen alle Beteiligten ihren Beitrag in Form von Pflege ihrer Flächen leisten.

Karsten Becker

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