Bei Grundfuttermangel jetzt Futterplanung überdenken

Die Grundfutterernte ist in Hessen und Rheinland-Pfalz bislang regional sehr unterschiedlich ausgefallen. Die Trockenheit im Frühsommer führte dazu, dass die Schnitte bei der Grassilage spärlich ausfielen und der dritte Schnitt vielerorts gar nicht stattgefunden hat. Auch für die Maissilage wird in einigen Regionen mit einer schwa­chen Ernte gerechnet. Doch was tun ge­gen Grundfuttermangel? Zunächst gilt es, die vorhandenen und vo­raussichtlichen Futtervorräte abzuschätzen und eine Korrektur der Vorratsplanung mindestens für die nächste Winterfütterungsperiode durchzuführen. Klären sollte man, wie viel Futter zugekauft werden muss und welche Komponenten das sind. In Frage kommt neben dem Grundfutterzukauf auch die moderate Erhöhung des Kraftfutteranteils, der zum Teil über preisgünstige industrielle Nebenprodukte wie Treber, Pressschnitzel und Pülpe gedeckt werden kann. Diese Futtermittel sind jedoch nur begrenzt verfügbar und sollten frühzeitig geordert werden. Häufig müssen sie zudem einsiliert werden, was organisiert werden muss.

Auch der Viehbestand sollte einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Gibt es Tiere, die sowieso aus dem Betrieb gehen sollen und jetzt schon selektiert werden können? Muss das gesamte Jungvieh zur Bestandsergänzung behalten oder können Tiere verkauft werden?

Teilweise kann das Futter zwischen den Rindergruppen umverteilt werden, beispielsweise kann bei Trocken­stehern und über einem Jahr altem Jungvieh der Strohanteil in der Ration deutlich erhöht werden und dadurch nährstoffreiches Grundfutter für die laktierenden Kühe „freigeschaufelt“ werden. Ausführliche Hinweise zum Thema Ausgleich von Grundfuttermangel gibt unser Beitrag ab Seite 9.

Marion Adams

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