Gülle effektiv auf Grünland verwerten

Die Vorplanung für die Frühjahrsdüngung steht wieder an und für viehhaltende Betriebe somit die Nutzung der angefallenen Gülle. Intensiv geführte Dauergrünland- und Feldgrasbestände, die früh ihre Schnittreife mit hohem Ertrag und guter Qualität erreichen müssen, bieten hier die Möglichkeit, die über Winter angefallenen Mengen zu verwerten.

Bekanntlich endet am 31. Januar die Sperrfrist für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff (wie Gülle, Jauche, Geflügelkot und Gärreste). Dazu müssen aber verschiedene Bedingungen erfüllt sein: Generell müssen die Nährstoffe für das Wachstum genutzt werden können. Nach der Düngeverordnung dürfen Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn die Böden überschwemmt, wassergesättigt, durchgängig gefroren oder durchgängig höher als 5 cm mit Schnee bedeckt sind. Ebenfalls selbstverständlich sollten ausreichende Abstände zu Gewässern sein. Schon wenn die Böden nicht tragfähig sind, sollte jede Befahrung mit schwerem Gerät unterbleiben, da entstehende Verdichtungen schwer zu beseitigen sind.
Einen optimalen Termin stellt der Zeitpunkt etwa „drei bis vier Wochen vor Vegetationsbeginn“ dar. Gegen eine späte erste Güllegabe spricht das Argument, dass Futterverschmutzungen erfolgen können: Bei breitflächiger Ausbringung bleibt ein Teil an den Pflanzen haften. Wenn keine Abwaschung durch Regen erfolgt, muss der angetrocknete Gülleschleier per Schleppe oder Striegel entfernt werden.
Die Bemessung der Güllegabe sollte niemals höher als 20 bis 25 m3/ha betragen; es können höchstens Jahresgaben von 50 m3/ha sinnvoll verwertet werden. Intensiv genutzte Grünlandbestände sollten eine Narbe mit Deutschem Weidelgras als Leitgras haben. So richten sich die Höhe der Düngergabe nach der Ertragserwartung der Bestände und dem daraus resultierenden Nährstoffentzug.   Stefan Thiex, DLR Eifel


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