Jede zweite Mundspülung effektiv gegen Karies

Mundspülungen versprechen mehr als nur frischen Atem. Sie wollen vor Karies und Parodontitis schützen oder vor ihrem möglichen Vorstadium, der Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Sie versprechen, bakteriellen Zahnbelag (Plaque) zu bekämpfen oder die Neubildung zu verhindern. Manche werben auch damit, die Zahnsteinbildung zu hemmen, andere, schmerzlindernd bei sensiblen Zähnen zu wirken.

Gründliches, regelmäßiges Spülen mit einer effektiven Mundspülung ist für Zähne und Zahnfleisch besser als ein lascher Umgang mit Zahnseide.
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Nicht alle halten ihre Versprechen. Das fand die Stiftung Warentest in einem Test von 18 Mundspüllösungen heraus. Im Prüflabor haben die Tester den Fluoridgehalt gemessen, aber auch andere Wirkstoffe, den Alkoholgehalt und den pH-Wert. Die Messwerte wurden dann aus zahnmedizinischer Sicht beurteilt.

Wem es vor allem auf die Kariesvorbeugung ankommt, ist mit Aldi (Nord)/Eurodont und der entsprechenden Lösung von Aldi (Süd)/Friscodent (4 Cent pro Anwendung) „sehr gut“ bedient. Vorbeugend gegen Plaque und Gingivitis wirken sie aber nur „befriedigend“.

Gleichermaßen „gut“ beim Schutz vor Karies, aber auch vor Plaque und Gingivitis sind Chlorhexamed (17 Cent), Meridol (15 Cent), Odol med3 Extreme (13 Cent), One Drop Only Zx3 (15 Cent), Odol-med3 Junior (10 Cent) und Sensodyne für schmerzempfindliche Zähne (13 Cent pro Anwendung).

Drei Mundspülungen im Test enthalten zusätzlich Substanzen, die erwiesenermaßen zur Zahnsteinhemmung beitragen: Zinkchlorid in Lidl/Dentalux und Odol med3 Extreme sowie Pyrophosphate in Colgate Whitening. Die Spülungen für sensible Zähne enthalten Kaliumverbindungen, die bei täglichem Gebrauch in der Tat schmerzlindernd wirken.

Mundspüllösungen empfehlen sich auch für Kinder ab sechs Jahre, besonders, wenn sie festsitzende Zahnspangen tragen. Die Produkte speziell für Junioren unterscheiden sich höchstens im Geschmack von denen für die Älteren, und sie enthalten keinen Alkohol.

Eine passable Alternative

Die Mundspüllösung wurde von Zahnmedizinern lange als Pflegemittel zweiter Wahl betrachtet – zusätzlich zum Putzen und „Fädeln“ mit Zahnseide und anderen Pflegemittel. Doch viele Menschen tun sich mit der notwendigen Reinigung der Zahn­zwischenräume schwer. Deshalb ist unter Zahnärzten in letzter Zeit ein Umdenken in Gang gekommen: Die korrekte Nutzung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen bleibt zwar das erstrebenswerte Ziel, doch für alle, denen das schwer­fällt, gilt:

Gründliches, regelmäßiges Spülen mit einer effektiven Mundspülung ist für Zähne und Zahnfleisch besser als ein lascher Umgang mit Zahnseide. Dass sich die Mundflora durch das Spülen kurzfristig verändert, ist unbedenklich. Das haben etliche Studien bewiesen. td


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