Kühe richtig beurteilen

Die Beurteilung von Kühen umfasst nicht nur die Bewertung von Herdbuchtieren nach den Vorgaben des jeweiligen Zuchtverbandes. Jeder Tierhalter ist immer auch ein Züchter und muss sich der Tierbeurteilung stellen, wenn er wirtschaftlich produzieren will.
Dabei wird man das Exterieur eines Rindes – egal welcher Rasse – vor allem unter dem Aspekt der Funktionalität sehen. In erster Linie geht es darum, Tiere mit Formfehlern oder unerwünschten Eigenschaften von der Reproduktion auszuschließen. Formfehler wirken sich über kurz oder lang leistungsmindernd aus, Schönheitsfehler dagegen nicht.
Eine Tierbeurteilung kann nur dann möglichst objektiv erfolgen, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind und Angaben über das zu bewertende Tier bekannt sind. Neben den äußeren Bedingungen – wie gute Lichtverhältnisse und eine möglichst ebene Lauffläche – sind Leistungsnachweise eine wertvolle Hilfe. Das Alter der Tiere, Laktationsstand und Tagesgemelk bei Milchkühen oder das Aussehen des Kalbes bei Fuß und die Kondition bei Mutterkühen geben notwendige Hinweise für die Bewertung.
Die Konditionsbeurteilung (BCS) hat sich in den letzten Jahren vor allem bei Milchkühen durchgesetzt. Sie hat das Ziel, die Körperreserven des Tieres in Abhängigkeit vom Laktationsstadium einschätzen zu können, um eventuell die Fütterung anzupassen. Sinn macht die Beurteilung der Kondition allerdings auch in der Mutterkuhhaltung, um eventuelle Problemzonen im Griff zu behalten.
Tierbeurteilung ist für viele Rinderhalter eine Frage der zur Verfügung stehenden Zeit. Dabei können mit relativ geringem Aufwand Kosten gespart werden.   Gertrud Werner, Lk Rheinland-Pfalz

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