Die Staudenlupine breitet sich vor allem auf extensiv bewirtschaftetem Grünland immer weiter aus. Informationen zur Konzentration und Verteilung von Giftstoffen in der Staudenlupine liegen aber bisher so gut wie nicht vor. In einer zweijährigen Untersuchungsreihe wurden daher entsprechende Daten erhoben. Christoph Brenner vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel in Montabaur stellt die Ergebnisse vor.
Viele Pflanzen haben im Laufe der Evolution Abwehrmechanismen in Form von Behaarung, Bestachelung oder Giftigkeit als Fraßschutz entwickelt. Bei den Giftstoffen handelt es sich dabei um chemische Verbindungen, die hauptsächlich über die Verdauungsorgane wirken. Die meisten Giftstoffe gehören zu den sogenannten „sekundären Pflanzenstoffen“ (Exkrete), das heißt sie entstehen aus der Verstoffwechselung der Kohlenhydrate, Fette und Aminosäuren und werden als Alkaloide bezeichnet.
Verschiedene Arten von Giftstoffen in Pflanzen
Bekanntes Beispiel sind hier die Pyrrolizidin-Alkaloide im Jakobskreuzkraut (JKK). Zahlreiche Alkaloide, wie zum Beispiel die im Jakobskreuzkraut, haben die unerwünschte Eigenschaft, auch durch Trocknung oder Silagebereitung nicht abgebaut zu werden. Weitere Giftpflanzen im Grünland, die Alkaloide enthalten, sind Schierlingsarten, Sumpfschachtelhalm und Herbstzeitlose.
Neben den Alkaloiden gibt es die Gruppe der Glycoside. Diese sogenannten primären Pflanzenstoffe sind Verbindungen aus Zucker mit Nichtzuckerkomponenten, (Blausäure, Digitalis-Saponine, Kumarin-Glycosid). Weiterhin gibt es noch die Gerbstoffe. Sie gehören als spezielle Exkrete zu den „sekundären Pflanzenstoffen“, erhöhen die Zellwandfestigkeit, wirken entzündungshemmend und erst in hohen Dosen giftig, indem eine nicht umkehrbare Eiweißfällung unter Umständen zum Tode führt.Pflanzengiftstoffe aus der Gruppe der Glycoside und Gerbstoffe unterliegen durch Silage- und Heuwerbung häufig einem Abbau.