In puncto Gesundheitsverhalten liefert die aktuelle Studie zur „Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) ein positives Ergebnis: Die Deutschen sind sportlich aktiver geworden. Rund 52 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen treiben mindestens ein Mal pro Woche Sport. Das ist ein Plus gegenüber der 1998 durchgeführten Bundesgesundheitsstudie von rund 14 Prozent. Ein Wermutstropfen ist, dass das derzeitige Bewegungsverhalten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer noch nicht ausreichend ist. Nur ein Viertel der Männer und 15,5 Prozent der Frauen erreichen die von der WHO empfohlene Mindestdauer körperlicher Aktivität von 2,5 Stunden pro Woche. Ein Grund, mal bei sich selbst nachzurechnen! Schließlich kann man durch ausreichend Bewegung vielen Erkrankungen, wie Übergewicht und Diabetes, vorbeugen.
Insbesondere die DEGS-Zahlen zum Übergewicht sind alarmierend: Über 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen sind hierzulande übergewichtig. Zwar wird darauf hingewiesen, dass diese Werte in den letzten Jahren gleich hoch geblieben sind, sie täuschen aber keinesfalls darüber hinweg, dass zu viele Deutsche zu dick sind. Und es geht noch extremer: Die Zahl derjenigen, die fettsüchtig (medizinisch: adipös) sind, hat zugenommen. Mehr als 23 Prozent der Deutschen leiden unter der Fettsucht (Adipositas). Besorgniserregend ist, dass die Fettsucht insbesondere bei jungen Erwachsenen zugenommen hat. Mögliche Folgeerkrankungen sind programmiert. So ist zum Beispiel bei den stark Übergewichtigen die Diabetiker-Zunahme besonders ausgeprägt. Laut DEGS leiden insgesamt 7,2 Prozent der Erwachsenen an Diabetes.
Auf der persönlichen Seite büßt jeder Betroffene einen Teil seiner Lebensqualität ein. Auf der gesellschaftlichen Seite muss unser Wirtschaftssystem die steigenden Folgekosten bewältigen. Mehr zur Studie auf Seite V.
Stephanie Lehmkühler – LW /2012