Pflanzenbau | LW HEUTE

Pflanzenschutz – das Risiko sinkt, die Ängste steigen

Herausforderungen mit Japankäfer, Erdflöhen und Resistenzen

Mitte Januar fand am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück der 62. Pflanzenschutztag Rheinland-Pfalz statt. Zu Beginn begrüßte Dienststellenleiter Michael Lipps die zahlreich erschienenen Besucher aus ganz Deutschland mit einem historischen Rückblick auf die Geschichte der Kurstadt Bad Kreuznach. Anschließend gaben die Referenten Auskunft über die Risiken des Pflanzenschutzes, die Entwicklung bei SBR und Stolbur in den Zuckerrüben, über den Japankäfer und Resistenzen beim Erdfloh gegen Insektizide.

Michael Lipps bei der Begrüßung zum 62. Pflanzenschutztag Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Der Pflanzenschutz verändert sich – schnell und grundlegend“. Foto: Setzepfand

Prof. Dr. Andreas von Tiedemann von der Uni Göttingen sprach zum Thema „Ist der chemische Pflanzenschutz ein Auslaufmodell?“ Er stellte fest, dass von den zirka 250 Wirkstoffen, die in Deutschland zugelassen sind, nur noch neun als „sehr giftig“ eingestuft werden. „Und dies sind Wirkstoffe, die nicht auf die Felder ausgebracht, sondern gegen Lagerschädlinge eingesetzt werden“, betonte er. Zu den Kritiken und Risiken des chemischen Pflanzenschutzes verdeutlichte er, dass man unterscheidet zwischen Risiken für Anwender und Verbraucher und dem Risiko für die Umwelt, sprich der Biodiversität.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat auch für das Jahr 2024 veröffentlicht, dass die deutschen Lebensmittel noch weniger Rückstände enthalten. Bereits im Jahr 2020 wurden bei 99,5 Prozent der Proben keine Anhaltspunkte für ein akutes Gesundheitsrisiko festgestellt. Auch der Trinkwasserbericht des UBA zeige, dass es keine gesundheitlichen Risiken im Trinkwasser gebe. Bei den Anwendern sei zu verzeichnen, dass es in geringem Maße Augen- und Hautirritationen gebe. Dennoch werde besonders in Tageszeitungen immer wieder das Thema Pflanzenschutz mit Gift in Verbindung gebracht.

zep – LW 6/2026