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Feldmäuse befinden sich im Populationsaufbau

Zurzeit ist festzustellen, dass sich nach etwa vier Jahren die Feldmauspopulation wieder im Aufbau befindet. Betroffen sind vor allem Winterweizen-Felder mit der Vorfrucht Zuckerrübe. Auch ausgehend von Ruhezonen wie Brachen oder Windkraftflächen werden angrenzende Getreidefelder besiedelt.
Trocken, kaltes Wetter bietet die besten Voraussetzungen zur Ausbringung von Feldmausködern mittels Legeflinte, mit der die Giftlinsen beziehungsweise das Giftgetreide verdeckt in die Mäuselöcher abgelegt werden können (und müssen). Behandelt werden dürfen nur die betroffenen Ackerbaukulturen, nicht angrenzende Flächen wie beispielsweise Graswege.
Die Bekämpfungsschwelle wird wie folgt ermittelt: 16x16 m abschreiten, die Löcher zutreten („Lochtretmethode“, funktioniert nur bei nicht gefrorenem Boden), am nächsten Tag die Anzahl der wiedergeöffneten Löcher zählen: Behandlung ab fünf bis acht wiedergeöffneter Löcher sinnvoll.
Achtung: Die neuesten Zulassungen der Feldmausköder von 2018 haben deutlich strengere bußgeldbewehrte Auflagen erhalten. Vor allem sind Anwendungen in Natur- und Vogelschutzgebieten, sowie Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzuges und in Vorkommensgebieten des Feldhamsters verboten. Auf die Hinweise auf den Gebrauchsanleitungen ist zu achten.  

Ulrich Nöth, DLR Rheinhessen-Nahe-Hundrück