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Mit der Bank auf Augenhöhe sprechen

Ob das neue Darlehen für die Stallerweiterung oder die Umfinanzierung wegen niedriger Milchpreise – ohne partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Bank kann moderne Landwirtschaft nicht funktionieren. Ein guter Abschluss und ein gutes Rating machen vieles möglich. Trotzdem will die Beziehung zur Bank unabhängig von der wirtschaftlichen Stärke des Betriebes gepflegt werden. Deren Mitarbeiter frühzeitig in Planungen einzubinden und Informationen zügig weiterzugeben, trägt viel dazu bei.
Der steuerliche Jahresabschluss aus dem vorvorletzten Jahr ist zum Beispiel keine aktuelle Übersicht über den wirtschaftlichen Erfolg. Besser sind kurzfristige Auswertungen aus der Buchführung und Produktionstechnik. Gutes Controlling hilft nicht nur der Bank einzuschätzen, welche Potenziale noch zu heben sind. Regelmäßige Planungen für Liquidität und Betriebsentwicklungen zeigen der Bank, dass es eine strukturierte Vorstellung von der Zukunft gibt, das schafft Vertrauen.
Eine gute Gelegenheit, die Analysen und Planungen vorzustellen, ist ein jährliches Gespräch mit der Bank, am besten auf dem Betrieb. Dabei können Abweichungen zu den Planungen aus dem Vorjahr und Ideen für das kommende Jahr besprochen werden. Ein Betriebsrundgang macht die betrieblichen Zusammenhänge besonders anschaulich. Wenn die Bank gut informiert und eingebunden ist, steht einer harten Verhandlung über Konditionen nichts mehr im Wege. Angebote von anderen Banken bieten den Vergleich und stärken die eigene Position. Die eigene Position zu kennen gehört genau wie Vertrauen zu jeder guten Partnerschaft.
Martin Mees, LLH Korbach