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Trespen am Feldrand

Besonders bei der weit verbreiteten pfluglosen Bewirtschaftung breiten sich vermehrt Trespen – ausgehend vom Feldrand – in die Ackerflächen aus. Haben sich Trespen in der gesamten Fläche etabliert, ist der Mehraufwand für die Bekämpfung, sofern überhaupt möglich, mitunter erheblich. So steht in Gerste kein Herbizid zur Verfügung. Zurzeit befinden sich die Trespen bereits in der Samenbildung. Am Feldrand ist eine chemische Behandlung der Gräser und Unkräuter grundsätzlich verboten. Stattdessen ist es empfehlenswert betroffene Feldränder vor der Samenreife der Trespen zu mulchen oder zu mähen. Diese Maßnahmen bieten weitere phytosanitäre Effekte wie z.B. Ausschaltung von Virosen oder Pilzkrankheiten usw..
Die beschriebenen Pflegemaßnahmen sind wichtig. Sie sollten allerdings nur an den unmittelbaren Feldrändern erfolgen. Es ist nicht erforderlich breite Saumstreifen oder ganze Böschungen bereits jetzt zu mulchen. Die Geräte sollten langsam gefahren werden und nicht zu tief arbeiten. Ein Mulchen unter der Grasnarbe hat den gleichen negativen Effekt wie ein „unabsichtliches Überspritzen“ (bes. mit Glyphosat nach der Ernte). Eine derartige schlechte Feldrandpfllege bietet Trespen oder Unkräutern wie z.B. Vogelknöterich beste Voraussetzungen.  
Ulrich Nöth, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Bad Kreuznach