Dramatische Rübensaison neigt sich dem Ende entgegen
Eine Einschätzung des Zuckerrübenverbandes
Die diesjährige Rübensaison ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich problematischer verlaufen. Hauptgrund dafür ist die extreme Witterung. Jeder Liter Wasser, der in einer Region mehr oder weniger gefallen ist, macht in diesem Jahr einen extrem großen Unterschied. Vor diesem Hintergrund konnten die Zikaden jetzt auch wieder stärker schädigen.
Foto: Imanuel Krick
Weiterhin geht der Verband für dieses Jahr von den größten SBR-bedingten Schäden aller Zeiten in Hessen und Rheinland-Pfalz aus. Diese treten praktisch flächendeckend mehr oder weniger stark auf. Die Trockenheit verschärfte dabei den Krankheitsverlauf bei SBR und begünstigte auch die Ausprägung der Gummirüben- und Fäulnissymptomatik. Auf diese Weise geschädigte Rüben sind laut Verband nicht lagerfähig und würden im Nasslager in Offstein zu erheblichen Problemen führen. In der intensiven Abwägung zwischen den vorgenannten Risiken und den regional durchaus unterschiedlichen Herausforderungen einer frühen Ernte (Rodebedingungen, erntefähiges Material) sei daher der 15. September als tragfähiger Kompromiss für den diesjährigen Kampagnebeginn in Offstein beschlossen worden.
Die Trockenheit begünstigte SBR stark
Hintergrund ist, dass sich mit dem Auftreten des SBR-Krankheitskomplexes die über Jahrzehnte gültige Regel „je trockener das Vegetationsjahr, desto später der Kampagnebeginn“ ins Gegenteil verkehrt hat. Trockenheit verschärft den Krankheitsverlauf bei SBR und begünstige Gummirüben- und Fäulnissymptomatik; erkrankte Rüben verlieren ihre Fähigkeit zur Regeneration. Zusätzlich sorgt ein ausgeprägtes Auftreten der Rübenmotte in diesem Hitze- und Trockenjahr für ein vorzeitiges Absterben vieler Bestände. Mit dem frühen Kampagnenbeginn will man vor allem auch größeren Schaden von den Anbauern abwenden. Erwartet wird auch eine sehr kurze Kampagne für die Region.
Der Befall mit Cercospora hat sich laut Verband in diesem Jahr dagegen nur verhalten entwickelt, da die Blattpilze bei der trocken-heißen Witterung keine günstigen Entwicklungsbedingungen vorgefunden haben.
In der aktuellen Ertragsschätzung geht Südzucker von 60 t/ha für das Einzugsgebiet Offstein aus. Das wären knapp 15 t weniger als im Vorjahr und circa 16 t weniger als der fünfjährige Durchschnitt.
Die Streuung ist dabei enorm und reicht bis zu Schlägen, die weniger als 20 t/ha erwarten lassen. Sollten noch größere Niederschläge kommen – die derzeit nach wie vor nicht in Sicht sind – würden diese in den aktuell kranken Rübenbeständen wohl eher negativ als positiv wirken. Ein Massezuwachs erscheine kaum oder nicht mehr möglich, was auch gleichzeitig einen sinkenden Zuckergehalt zur Folge hätte.
ik – LW 39/2026
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