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Ehrung für Hans-Georg Paulus – vlf-Jahrestagung

Jürgen Dexheimer Präsident des vlf-Bundesverbandes

Jürgen Dexheimer ist neuer Präsident des Bundesverbandes für landwirtschaftliche Fortbildung (vlf). Dazu wurde der 62-Jährige vergangene Woche im Rahmen der Jahrestagung von den Delegierten des Bundesverbandes in Friedrichsdorf einstimmig gewählt. Hans-Georg Paulus, ehemaliger Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes und zuvor Hauptgeschäftsführer des Gartenbauverbandes Baden-Württemberg-Hessen, wurde wegen einer Erkältung in Abwesenheit mit der Theodor-Hensen-Medaille für seine Engagement für die berufliche Aus- und Fortbildung ausgezeichnet. Staatssekretär Daniel Köfer vom hessischen Landwirtschaftsministerium würdigte die Arbeit des Verbandes in einem Grußwort.

Der neu gewählte Präsident des Bundesverbandes landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Jürgen Dexheimer (3.v.r.) mit von links: Ehrenpräsident Johann Biener, Staatssekretär Daniel Köfer, vlf-Bundesgeschäftsführer und stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes Benjamin Walker, vlf-Vizepräsidentin Brigitte Engemann und HBV-Präsident Karsten Schmal. Foto: Mohr

Dexheimer war zuvor Vizepräsident des Bundesverbandes und folgt auf den bisherigen Präsidenten Johann Biener. Der Landwirt stammt aus Regensburg und bekleidete das Amt seit 2014. Er wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Dexheimer ist Vorsitzender des vlf-Landesverbandes Hessen und Geschäftsführer des vlf Nassauer Land. Der Nebenerwerbslandwirt ist bei der Hessischen Landgesellschaft (HLG) beschäftigt.

Neben Dexheimer wurden Brigitte Engemann zur Vizepräsidentin sowie Dagmar Hartleb, René Kolbe, Hans Koller und Armin Weber in den Vorstand gewählt.

Im Rahmen der Jahrestagung standen Exkursionen und Diskussionsforen auf dem Programm, die sich mit Fragen des Ballungsraums Rhein-Main und der regionalen Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln befasste (siehe Bericht Seite 46). Staatssekretär Daniel Köfer nannte in seiner Ansprache die Volatilität der Märkte, die Erwartungen der Gesellschaft, Klimawandel, rechtliche Vorgaben und künstliche Intelligenz als Herausforderungen für die Landwirtinnen und Landwirte. In der Metropolregion komme der Flächendruck hinzu, andererseits lebten in der Region kaufkräftige Verbraucher, die für die Landwirtschaft Chancen für zusätzliche Wertschöpfung böten. Unterstützen will das Land dies auch mit dem neuen Förderprogramm Hessen schmecken. „Wir fördern die Produktion von regionalen Lebensmitteln und kleinteilige Strukturen und wollen, dass die Menschen regional kaufen.“ Daneben solle auch ein Bewusstsein bei der Bevölkerung geschaffen werden, unter anderem auch für die Knappheit des Bodens.

Bildung als Schlüssel

HBV-Präsident Karsten Schmal hob die Bildung als Schlüssel zur Entwicklung von Landwirtschaft und Gesellschaft hervor. Im Agrarsektor sei ständiges Lernen unabdingbar. Schmal betonte die wichtige Rolle der hessischen Stiftung „Förderung der Land- und Forstwirtschaft“ zur Unterstützung der Bildungsaktivitäten. Der Hessische Bauernverband setze sich gegenüber der Politik lautstark für die Qualitätsverbesserungen bei den Berufsschulen ein, versicherte der HBV-Präsident.

Johann Biener hatte zuvor die Aufgaben des vlf umrissen, und zwar die Organisation von Bildungsveranstaltungen, Lehrfahrten, Vorträge und Fachtagungen. Außerdem setze er sich für die Verbesserung der Bildung an den Schulen ein und stärke den Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Der vlf hat laut Biener bundesweit fast 200 000 Mitglieder.

Dexheimer konstatierte, dass die landwirtschaftliche Ausbildung in Hessen nicht so sei, wie man sich es vorstelle, und sprach von einer Inhomogenität in der Ausbildung und von Personaleinsparung. Ein Problem sei die getrennte Zuständigkeit für Berufsschulen und Fachschulen beim Kultusministerium und Landwirtschaftsministerium. Dexheimer wies auch auf die Unterstützung für die Verbandsarbeit hin. Neben der Stiftung Land und Forstwirtschaft trage auch der Stiftung Hof Geisberg dazu bei. Den Preisträger Paulus bezeichnete Biener in seiner Laudatio als Menschen mit solider Ausbildung (Gärtner, Gartenbauingenieur) mit Verantwortungsbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement. Paulus, der die Fusion der Gartenbauverbände in Hessen und anschließend Hessen mit Baden-Württemberg mitbetrieben hatte, sei ein Gestalter. Für die Ausbildung habe er sich außerordentlich engagiert. So war er Mitglied im Berufsbildungsausschuss und im Unterausschuss Gartenbau beim LLH von 1991 bis 2020 sowie Gründungsmitglied im Aufsichtsrat der Deula Witzenhausen. Paulus hat sich laut Biener unermüdlich für die Branche eingesetzt. Biener wies außerdem auf die prominenten Träger der Theodor-Hensen-Medaille hin, unter ihnen Constantin Freiherr von Heeremann, Ignaz Kiechle, Helmut Born und Gerd Sonnleitner. Die Medaille ist nach dem vlf-Gründungspräsidenten Theodor Hensen benannt und wurde 2003 anlässlich des 50-jährigen Verbandsjubiläums geschaffen. Mit der Auszeichnung werden herausragende Persönlichkeiten geehrt, die sich um die ländliche Bildung verdient gemacht haben.

CM – LW 25/2026
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