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Frühe Lese mit hohen Mostgewichten

Federweißer eröffnet den Start in die Weinlese 2026

Vergangenen Mittwoch wurde die diesjährige Federweißerlese in der Pfalz offiziell eröffnet. Zahlreiche Medienvertreter waren der Einladung Pfalzwein e.V. und das Deutsche Weininstitut (DWI) nach Neustadt-Geinsheim gefolgt. In einer Anlage des Weinguts Nett wurden die ersten Trauben per Hand, später mit Traubenvollernter, gelesen und anschließende gekeltert.

Die Pfälzische Weinkönigin Anna Antonia Cölsch beim Start in die Weinlese 2026 in Neustadt-Geinsheim. Foto: Pfalzwein e.V.

Die Saison startete in diesem Jahr etwa eine Woche früher als üblich. Gelesen wurde die frühe Rebsorte Solaris. Im pfalzweiten Durchschnitt hatte sie bereits vor dem offiziellen Lesetermin am 12. August 109 °Oe erreicht. Beim Weingut Nett wurde nach der Lese der Oechsle-Durchschnitt mit etwa 110 °Oe bestätigt.

Die Trauben waren in einem guten gesundheitlichen Zustand. Bereits im Juni hatten hohe Temperaturen und außergewöhnlich viel Sonnenschein für einen deutlichen Entwicklungsschub gesorgt. Auch der weitere Sommer war von hohen Temperaturen geprägt, während die Niederschlagsmengen regional stark variierten. In der Pfalz zeigt sich dadurch bei allen Sorten ein deutlicher Reifevorsprung. Bei einzelnen Sorten liegt auch die Säure über den langjährigen Vergleichswerten.

Nach Angaben des DWI waren die ersten in Baden und in der Pfalz gelesenen Trauben bereits außergewöhnlich süß. Aufgrund des fehlenden Wassers sind die Beeren insgesamt kleiner und weniger saftig als in normalen Jahren. Dadurch können die Moste besonders konzentriert und aromatisch werden. Gleichzeitig führen die kleinen Beeren zu geringeren Erntemengen.

Für die weitere Reife können die aktuell kühleren Temperaturen positiv sein. Außerdem erleichtern sie die Arbeit der Lesehelfer enorm. Die Lese von Sektgrundweinen und die Ernte frühreifer Rebsorten für die Weinbereitung steht jetzt nämlich unmittelbar bevor. Laut DWI besteht die Aussicht auf einen qualitativ guten Weinjahrgang. Dafür wären allerdings noch einige leichte Niederschläge nötig. Die Vorderpfalz blieb glücklicherweise von Hagelschlag verschont.

Das starke Medienaufgebot beim Start in die Federweißer-Saison zeigt, dass das Interesse an der Arbeit der Winzer und am Produkt Wein trotz rückläufiger Absatzzahlen noch immer groß ist. Die imagefördernde Aktion fand auch überregionale Beachtung in wichtigen Tageszeitungen, im Rundfunk sowie im Fernsehen und in den sozialen Medien.

ik – LW 34/2026