Sinkende Milchpreise, die drohende Ausweitung der Blauzungenkrankheit verbunden mit kurzfristigen Absagen einiger ausländischer Großkunden, insbesondere aus Italien, schienen keine guten Vorzeichen für eine erfolgreich zu verlaufende Zuchtviehauktion im Februar zu sein. Am Ende des Auktionstages konnten aber sowohl Verkäufer als auch Käufer auf einen gelungenen Markt zurückblicken. Das Großangebot mit über 200 gemeldeten Tieren wurde am Ende mit einer 100 Prozent-Verkaufsquote honoriert.
Von zwölf gemeldeten Fleckviehtieren wurden sechs Tiere aufgetrieben. Diese erzielten im Durchschnitt 2 310 Euro bei Geboten zwischen 2 100 und 2 600 Euro. Teuerstes Tier wurde eine mittelrahmige Mercury-Tochter von Alexander-Sven Prokasky aus Mengerskirchen. Neben diesem Tier wussten auch zwei Kalbinnen von der Handke GbR aus Leisenwald mit sehr guten Eutern zu überzeugen. Beim Braunvieh erzielte eine Tochter des Spitzenvererbers Volker für die Schmidt GbR aus Neuwiedermus 2 650 Euro im Zuschlag, gefolgt von einer euterstarken Jucator-Tochter aus der Zucht von Michael Knaust in Gudensberg. Mit der Kombination Moonstar PP x Sol PP standen väterlicherseits zwei bekannte Jerseybullen im Pedigree der Jerseyfärse, die mit 26 kg Milch Einsatzleistung und hohen Inhaltsstoffen von Hartmut Rautenkranz, Schemmern, angeboten wurde.
Deutsche Holsteins
Sechs Bullen wurden am Auktionsmorgen der Körkommission vorgestellt, von denen vier Tiere in die Prämienklasse I und zwei in die Prämienklasse II+ gekört wurden. Beim Körsieger der Prämienklasse I stimmte diesmal einfach alles. Ein im Exterieur und Fundament herausragender Kalenji-Sohn, der aus einer hochleistenden und mit 87 Punkten bewerteten Sidekick-Tochter stammt, konnte von der Caspar GbR, Heimertshausen, für 2 500 Euro verkauft werden. Er geht zum Deckeinsatz in einen Nachbarort von Alsfeld und verbleibt somit im Vogelsberg. Mit dem rotbunten und homozygot hornlos getesteten Handout-Sohn Hugo PP von Bernd Michel aus Haubern, der in der Verkaufsreihe als zweiter in den Ring kam, kamen die Gebote sehr flott und der Auktionshammer fiel hier erst bei 3 750 Euro zugunsten eines Milchviehbetriebes im Landkreis Gießen. Ebenso hell gezeichnet wie die zwei erstplatzierten Bullen war auch der jüngste Bulle der Auktion, ein Kant-Sohn, der für 2 700 Euro im Zuschlag den Ring verließ und ebenfalls aus dem Zuchtbetrieb Caspar GbR, Heimertshausen, stammte.
Dieter Fuest, Qnetics – LW 10/2026