Wegen der Flaute an den Holzmärkten greift die Pelletbranche in Deutschland zunehmend auf Rundholz zurück. Wie der Deutsche Energieholz- und Pelletverband (DEPV) anlässlich der Messe Interpellets in Stuttgart erklärte, hat die rückläufige Schnittholzproduktion auch zu einem geringeren Aufkommen an Holzspänen geführt. Hierdurch setzten die Pelletproduzenten verstärkt auf schwache Rundholzsortimente und Waldrestholz.
Laut einer DEPV-Umfrage stammten im zweiten Quartal 2009 rund 40 Prozent der deutschen Pellets aus Rundholz. Der Verband veranschlagt die Produktionsmenge für das Jahr 2009 auf rund 1,6 Mio. t Pellets, nach 1,5 Mio. t im Vorjahr. Weit darüber liegt die Produktionskapazität mit rund 2,7 Mio. t. Den tatsächlichen Inlandsverbrauch beziffert der DEPV auf 1,1 Mio. t, womit erheblicher Exportbedarf besteht. Einhergehend mit dem verstärkten Rückgriff auf Rundholz als Rohstoff haben sich die Produktionskosten erhöht.
Pelletheizung hat sich nach zehn Jahren amortisiert
Selbst bei einem außergewöhnlich niedrigen Ölpreis von 0,60 Euro pro Liter beträgt der Preisvorteil laut DEPV-Angaben im Herbst 2009 bei einem angenommenen Pelletpreis von 210 Euro/t aber immer noch rund 25 Prozent. Der Amortisierungszeitraum für eine Pelletheizung im Einfamilienhaus wird auf weniger als zehn Jahre veranschlagt. Auf das rapide Marktwachstum bei Holzheizungen wies anlässlich der Interpellets Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk hin. Angesichts von rund 140 000 Pelletfeuerungen in Deutschland sei die Branche längst den Kinderschuhen entwachsen. age