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Lied des Nussknackers
"König Nussknacker, so heiss ich.
Harte Nüsse, die zerbeiß' ich.
Süße Kerne schluck' ich fleißig;
doch die Schalen, ei, die schmeiß' ich
lieber andern hin,
weil ich König bin.

Aber seid nicht bang!
Zwar mein Bart ist lang,
und mein Kopf ist dick
und gar wild der Blick;
doch was tut denn das?
Tu' kein'm Menschen was;
bin im Herzensgrund,
trotz dem großen Mund,
ganz ein guter Jung',
lieb' Veränderung;
amüsier mich gern
wie die großen Herrn;
Arbeit wird mir schwer
und dann mag ich sehr
frommen Kindersinn
weil ich König bin."

Heinrich Hoffmann (1809-1894)

Foto: Harald Wanetschka


 

Der schönste Baum

Ich kenne ein Bäumchen gar fein und zart,

das trägt euch Früchte seltener Art.

Es funkelt und leuchtet bei hellem Schein

weit in des Winters Nacht hinein.

Das sehen die Kinder und freuen sich sehr

und pflücken vom Bäumchen -

und pflücken es leer!
 

Dichter unbekannt

Foto: Brigitte Heinen/pixelio

 


 

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter (1865-1921)

 

 

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie's knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Apfel.
Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!
Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.
Volksgut