Das Gedicht

Ein besonderer Text in besonderer Form

Wenn das Thema "Gedichte" irgendwo angesprochen wird, denkst du vermutlich zunächst an gereimte Gedichte, wie zum Beispiel an das von Wilhelm Busch:

Sie war ein Blümlein
Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.
 
Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.
 
Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.
 
Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

Wilhelm Busch

 

Aber nicht jedes Gedicht reimt sich. Wenn ein Text eine besondere Form oder einen besonderen Aufbau hat, kann er auch als Gedicht angesehen werden. Dies gilt zum Beispiel auch für das sogenannte Elfchen. Das ist ein Gedicht aus elf Wörtern (deswegen "Elfchen"), das in besonderer Form aufgeschrieben wird:


1. Zeile:  1 Wort
2. Zeile:  2 Wörter
3. Zeile:  3 Wörter
4. Zeile:  4 Wörter
5. Zeile:  1 Wort

Das erste Wort kann zum Beispiel eine Farbe, Eigenschaft oder auch ein Gegenstand sein, das letzte Wort ist oft ein Fazit/eine Schlussfolgerung.

Hier zwei schöne Beispiele von unserer Kinderpost-Leserin Debora aus Gedern/Ober-Seemen:

 

Schön

ist schnell

ist sehr umweltfreundlich

macht sehr viel Spaß

Fahrrad

 

Landwirt

Bauer Bäuerin

Traktoren und Maschinen

Dort gibt es Tiere

Bauernhof

Na, hast du nun Lust bekommen, selbst zu dichten? Dann los!