Neuanlage gut überlegen – eine Brache bringt Vorteile

Pfropfkombination marktgerecht und standortgeeignet wählen

Wenn ein neuer Weinberg zu pflanzen ist, wird die Altanlage nach der Ernte abgeräumt, eine tiefe Bodenbearbeitung durchgeführt. Vielfach erfolgt die Pflanzung schon im nächsten Frühjahr, dann werden die Bearbeitungsmaßnahmen oft bei nicht optimalen Bodengege­benheiten durchgeführt. Ein Brachejahr zur Bodengesundung wäre sinnvoll, wird aber aus wirtschaftlichen Gründen kaum mehr eingeplant.

Ein wirtschaftlicher und langfristig leistungsfähiger Rebenbestand ist nur durch die Wahl einer marktgerechten und standortgeeigneten Pfropfkombina­tion zu erhalten. Bei der Wahl der Rebsorte orientieren sich Direktvermarkter an der Nachfrage der Kunden. Trauben­erzeuger haben die Festlegun­gen des Abnehmers, also der Winzergenossenschaft, der Erzeugergemeinschaft oder des Weingutes zu be­rück­sichtigen. Fass­weinerzeuger müssen die mittel- und lang­fristige Entwicklung des Wein­mark­tes einschätzen. Eine reb­­sor­ten­spezi­fi­sche Prognose über die Entwicklung der Fassweinpreise ist nicht möglich.

Neben den Aspekten der Vermarktung sind die Standorteigenschaften zwingend zu berücksichtigen. Wer eine marktbezogen richtige Rebsorte am ungeeigneten Standort pflanzt, riskiert langwierige pflanzenbauliche Proble­me. Auch bei erhöhten Aufwendungen in der Bewirtschaftung solcher Anlagen sind Qualitäts- und Mengeneinbußen kaum zu vermeiden. Bodenart und Kalkgehalt, Wasserverfügbarkeit, Nährstoffgehalt und Durchwurzelbarkeit sind Kriterien, welche die Wuchskraft der Pfropfrebe am Standort bestimmen. Die Unterlage ist im Hinblick auf diese Standorteigenschaften zu wählen.

Die in Deutschland zum Anbau zugelassenen Unterlagen mit ausreichen­der Widerstandsfähigkeit gegen die Wurzelreblaus sind Tabelle 1 zu entnehmen. V. berlandieri x V. riparia - Unterlagen haben eine mittlere bis hohe Wüchsigkeit bei guter bis sehr guter Kalkverträglichkeit. Für Wiederbepflan­zungen in nachweislich reblausbelasteten Flächen sollten Reblausresistente Unterlagen mit V. Cinerea – Erbgut verwendet werden. Aus dieser Gruppe sind die Unterlagen Rici, Cina und Börner zugelassen. Diese Unterlagen sind jedoch nicht zum Anbau auf Chlorose gefährdeten Standorten geeignet. Insbesondere schwere Kalkmergelböden, die zur Verdichtung oder Staunässe neigen, sollten gemieden werden.



Neben den Standortgegebenheiten sind bei der Wahl der Unterlage ebenso die Eigenschaften der Edelreissorte, die Wuchskraft, Blütefestigkeit oder Chloroseneigung zu berücksichtigen.

Pflanzgut frühzeitig beim Rebveredler bestellen

Um die gewünschte Pfropfkombination zu erhalten, ist eine frühzeitige Bestellung des Pflanzgutes beim Rebver­edler unerlässlich. Leider ist eine zuneh­mende Tendenz kurzfristiger Entscheidungen festzustellen, die auf die gerade aktuellen Bedingungen am Fassweinmarkt abgestellt sind. Gleichzeitig besteht häufig der Wunsch nach einem definierten Edelreisklon. Bei der vorhan­denen Klonenvielfalt können die Reben­pflanzguterzeuger jedoch nur eine beschränkte Anzahl marktgängiger Klone und Pfropfkombinationen vorhalten. Kann die gewünschte Pfropfkombination bei kurzfristiger Bestellung nicht beschafft werden, sollte die Anpflanzung verschoben werden, um nicht Zu­geständnisse bei der Unterla­ge oder dem Edelreis einzugehen. Eine nicht standortgeeignete Pfropf­kombination kann im Hin­blick auf die aufgezeigten pflan­zen­baulichen Folgen nicht akzep­tiert wer­den.

Umstrukturierungsprogramm beachten

Es sind Einschränkungen bei den Maßnahmen oder auch Vorgaben, wie beispielsweise zur Pflanzdichte, zu beachten. Für Rheinland-Pfalz lagen die Kondi­tionen der neuen Förderperiode ab dem Jahr 2010 zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht fest. Die Bekanntmachung erfolgt in der Fachpresse. Da die Maßnahme „Zeilenverbreiterung“ nicht mehr gesondert gefördert wird, kann in allen Fällen vor der Antragstellung die Altanlage gerodet werden.

Das Bodengefüge möglichst schonen

Entscheidend für den Pflanzer­folg ist die optimale Vorbereitung des Bodens. Wichtiger als die Bearbeitungstechnik oder die Pflanzmethode ist der Zustand des Bodens bei den Bearbeitungs­maßnahmen. Wegen des engen Zeitraumes zwischen Rodung der Altanlage und Anpflanzung müssen oftmals ungünstige Witterungsbedingungen hingenommen werden, um die Reben rechtzeitig in den Boden zu bekommen. Erfolgen Maßnahmen bei zu hoher Bodenfeuchte, werden Verdichtungshorizonte geschaffen, die sich noch viele Jahre später durch kränkelnde Reben äußern. Aus pflanzenbaulicher Sicht ist ein gelockerter und feinkrümeliger „garer“ Boden optimal, der im Pflanzhorizont noch eine ausreichende Feuchtigkeit aufweist.

Rigolen lockert tiefgründig und beseitigt Schäden

Nachdem die Altreben mitsamt der Drahtanlage abgeräumt sind, erfolgt eine tiefe Bodenbear­beitung, um Verdichtungen zu beseitigen und noch vorhandene Wurzelreste zu entfernen. Die Maß­nahme kann unmittelbar nach dem Abräumen oder im Laufe des Winters erfolgen. Der Boden sollte genügend abgetrocknet sein, dies gilt besonders für den Rigolhorizont, um Strukturschäden und Schollenbildung zu vermeiden. Meist sind die Böden im Herbst ausreichend abgetrocknet, bevor die Winter­niederschläge wieder zu einer Wassersättigung führen. Ein Herbsttermin führt zudem zu einer vorteilhaften Frostgare. In Ausnahmefällen kann die Bearbei­tung bei oberflächlich gefrorenem Boden sinnvoll sein.

Die Lockerung erfolgt auf 40 bis 60 cm, in Ausnahmefällen, etwa bei der Brechung von Ortstein oder Keuperbänken, auch tiefer. Vor allem bei zu schmaler Zeilung sind die Fahrspuren nahe des Unterstockbereichs stark verdichtet, sodass nur eine flächige Lockerung in Kombination mit einer Neupflan­zung Ab­hilfe verspricht. Ein Wenden, wie dies früher mit Ri­gol­­pflügen geschah, ist heute nicht mehr erwünscht. Die vorhandene Bodenschichtung sollte möglichst beibehalten werden. Daher sind Spatenmaschinen oder andere Abbruchlockerer in gleicher Weise geeignet. Lediglich bei Abbaukrankheiten, beispielsweise Virusproblemen, kann eine tief wendende Bearbei­tung sinnvoll sein. Nachteilig hierbei ist, dass die wertvolle Humusschicht vergraben wird und Steine aus dem Unterboden an die Oberfläche befördert werden.

Schwere Böden erfordern schweres Gerät und eine ausreichend tiefe Bearbeitung. Leichte Sandböden neigen dagegen weni­ger zu Verdichtungen und müssen nicht so tief bearbeitet werden. Hier reicht ein tiefes Fräsen im Bereich des Pflanzhorizontes (30cm) im Frühjahr aus. Sollten jedoch undurchlässige Lehmbän­ke für stauende Nässe sorgen, soll­te die Bearbeitung entsprechend tiefer und mischend erfolgen. Die Einebnung der groben Schollen und die Lockerung des Pflanzhorizontes sollte jedoch erst unmittelbar vor der Pflanzung bei gut abgetrockneter Oberfläche erfolgen. So können Erosionen an Hangzonen bei starken Winterniederschlägen wirkungsvoll verhindert werden.

Gute Bodenlockerung bringt viele Vorteile

Lockerer Boden bietet günstige und leichte Pflanzbedingun­gen besonders bei der Handpflan­zung. Stickel und Pflanzstäbe lassen sich problemlos einschlagen. Die Bodenbearbeitung um die Stöcke (Flachschar, Handhacke) ist leichter, gute Wuchsbedingungen für Jungreben liegen vor, Regenwasser kann gut einsickern und sich im Wurzelraum verteilen. Nachteile zu starker Lockerung/Krümelung: hohe Nitratfreisetzung und Humusabbau, Stickel stellen sich leichter vom Wind schräg, Anker geben bei Spannung nach, höhe­re Erosionsgefährdung, höhere Gefahr der Wiederverdichtung beim Befahren (Pflanzmaschine), Erdsetzungen.

Brache verliert an Bedeutung aufgrund wirtschaftlicher Zwänge

Früher war es im Weinbau üblich, vor einer Wiederbestockung eine mindestens einjährige Brache durchzuführen. Gegenwärtig wird vielfach „über den Stock gerodet“; die Rodung erfolgt im Herbst oder im Winter und im kommen­den Frühjahr wird wieder gepflanzt. Durch die Vermarktungsregelung bestehen mit der Ausnahme von Flurberei­ni­gungen nur auf Ertragsflächen Vermarktungskontingente, sodass es sich für Betriebe oftmals wirtschaftlich günstiger erweist, zugunsten einer früheren Vermarktung auf ein Brachejahr zu verzichten. Ohne Brache können jedoch durch Rebvirosen verur­sach­te Abbaukrankheiten nicht aus­reichend beseitigt werden. Auch ein biologischer Aufschluss des Unterbodens durch mehrjährige Tiefwurzler kann kaum erfolgen.

Virusübertragende Rebennematoden und Wurzelrebläuse werden durch eine Brache dezimiert. Da abgetrennte Wurzelreste der Rebe nur langsam im Boden absterben und damit noch eine Nahrungsquelle für Nematoden und Wurzelrebläuse darstellen, sollten die Rebwurzeln möglichst vollständig beseitigt werden. In Kombination mit einer längeren Brachezeit können auf diese Weise Befallsherde mit Wurzelreblaus oder schädlichen Virosen in langjährig weinbaulich genutzten Flächen saniert werden. Eine chemische Entseuchung ist nicht mehr möglich.

Seit dem Jahr 2008 kann zur sicheren Abtötung von Reben und deren Wurzeln als vorbeugende oder indirekte Bekämpfung beispielsweise der Wurzelreblaus oder virusübertragender Nematoden das Herbizid Garlon 4 durch Stamminjektion oder Streichanwendung vor der Rodung eingesetzt werden. Diese phytosanitäre Maßnahme kann dazu beitragen, dass langjährige Brachezeiten nicht mehr erforderlich sind. Auf Problemstandorten sollte jedoch trotzdem eine einjährige Brache zwischengeschaltet werden.

Eine Brachebegrünung bringt zahlreiche positive Effekte

Durch eine Brachebegrünung können vorhandene Bodenverdichtungen besonders im Bereich der früheren Fahrspuren beseitigt werden. Vor der Einsaat sollte jedoch eine mechanische Tiefenlockerung durch Rigolen bis in etwa 80 cm Tiefe vorausgehen. Die Wurzelsysteme der Be­grünungspflanzen stabilisieren die Struktur des gelockerten Bodens und verhindern so wirkungsvoll neue Verdichtungen. Durch absterbende Wur­zeln werden Kanäle geschaffen, die für den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens günstig sind. Regenwürmer und später auch junge Rebwurzeln nutzen diese vorgebildeten Kanä­le. Als Tiefwurzler können Öl­rettich, Bitterlupinen, Raps, Luzerne oder Futtermalven angesät werden.

Die Begrünung führt mit dem oberirdischen Aufwuchs und der Wurzelmasse zu einer Humusanreicherung auf der begrünten Fläche. Je üppiger die Begrünung ist, umso mehr organische Masse wird gebildet. Durch die Einsaat von Leguminosen wie Klee, Wicken oder Luzerne kann zudem eine Stickstoffanreicherung erfolgen. Jedoch muss auch auf den schnellen Humusabbau und auf eine mögliche Auswaschung des mineralisierten Stickstoffs im Zuge des Umbruches der Begrünung hingewiesen werden. Eine völlig offene Bearbeitung im Jungfeld fördert das Rebenwachstum, führt aber auch zu stärkerem Humusabbau.

Eine artenreiche Begrünung fördert Nützlinge und führt auch zu einer Be­rei­che­rung des Landschaftsbildes. Beson­ders Sommerblütler wie Sonnenblumen, Phacelia, Malven, Klatsch­mohn dienen als Bienenweide und erfreuen durch ihren Blütenreichtum.

Problemunkräuter, die sich durch die einseitige weinbauliche Nutzung stark ausbreiten konnten, wie Schachtelhalm, Diestelarten, Quecke oder Winden, werden unterdrückt. Nährstoffe können gezielt eingebracht werden oder werden aufgeschlossen. Die durch die einseitige wein­bauliche Nutzung hervorgerufene Rebenmüdigkeit kann durch die vorübergehende Anpflanzung anderer Pflanzen wie beispielsweise Getreide, Kartoffeln, Sonnenblumen, Futterklee, behoben werden.

Rodung und Neuanpflanzung sind sehr gut zu planen

Die Rodung und die Neuanpflanzung einer Rebfläche erfordern eine sorgfältige Vorbereitung und Durchführung. Die Wahl einer marktgerechten und standortgeeigneten Rebsorte und Unterlage ist Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg und die langfristige Leistungsfähigkeit des Rebenbestandes. Um die gewünschte Pfropfkombination zu erhalten, ist eine frühzeitige Bestellung des Pflanzgutes beim Rebenpflanz­guterzeuger erforderlich.

Entscheidend für den Pflanzerfolg ist die optimale Vor­bereitung des Bodens. Bearbeitungs­maßnahmen sollten nur bei genügend abgetrocknetem Boden durchgeführt werden. Dies gilt auch für den Rigolho­ri­zont, um Strukturschäden und Schol­len­bildung zu vermeiden. Durch das Einschieben einer Brache können die Ursachen für Abbaupro­b­le­me der alten Reban­lage beseitigt und die Voraussetzungen für ein gutes Wachstum der Junganlage geschaffen werden. Gerd Götz, Dr. Joachim Eder, DLR Rheinpfalz

Verfahren und Geräte zur Tiefenlockerung

Hublockerung: Bei der Hublockerung wird der Boden nur angehoben und gebrochen, ohne dass es zu einer stärkeren Vermischung von Bodenschichten kommt. Man unterscheidet zwischen Geräten mit starren und beweglichen Werkzeugen. Starre Lockerungsgeräte wie Tiefengrubber und Schwergrubber sind technisch einfache Geräte und wenig störanfällig. Der Brecheffekt wird über angewinkelte Scharre erreicht. Die Intensität der Lockerung ist abhängig von der Anzahl und der Art der Grubberzinken sowie der Anzahl der Überfahrten.

Zu den beweglichen Lockerungsgeräten zählen der Wippscharlockerer, der Hubschwenklockerer und der Stechhublockerer. Bei diesen Geräten werden die Schare über die Zapfwelle regelmäßig geschwenkt oder leicht auf und ab bewegt, was zum Abbrechen der Schollen führt und Sohlenbil­dung zum Teil verhindert. Es kommt dabei zu einer intensiven Lockerung ohne starke Vermischung der Bodenschichten. Beim Wippscharlockerer wird ein zapfwellengetriebenes Schar, bei feststehendem Schwert, auf und ab bewegt. Die Arbeitstiefe liegt bei 50 bis 60 cm. Beim Hubschwenklockerer pendeln die Schare vor und zurück, wobei Schar und Schwert eine starre Einheit bilden. Die Arbeitstiefe liegt bei 40 bis 60 cm. Stechhublockerer lockern bis zu einer Tiefe von 100 cm. Hublockerer werden meist im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren eingesetzt.

Abbruchlockerung: Bei der Abbruchlockerung kommt es zu einer intensiven Vermischung des Bodens. Ein Einarbeiten von Pflanzenrückständen und Dünger ist möglich. Für das Rigolen werden Spezialpflüge eingesetzt, die den Boden bis auf eine Tiefe von 50 cm lockern. Die Arbeit ist vorwiegend wendend und mischend, wobei die Bodenaggregate nicht stärker zerkleinert werden. In Direktzuglagen wird der Rigolpflug immer stärker durch Spatengeräte (Arbeitstiefe 40 bis 50 cm) abgelöst. Der Arbeitseffekt ist ebenso lockernd. Die vielfach eingesetzten Spatenfräsen wirken stark mischend. Die stechend arbeitenden Spatenmaschinen wenden den Boden analog dem Arbeiten mit dem Handspaten. Edgar Müller, Oswald Walg (Bad Kreuznach 1999)

 

Ablaufschema Pflanzvorbereitung

  • Langfristigen Umtriebsplan erstellen: Bei einer Standzeit von 25 Jahren sind jährlich 4% der Rebfläche zu erneuern. Was zur Rodung ansteht, ist abhängig von Sor­tenstruk­tur, Alter und Zustand der Anlagen.
  • Sortenwahl: Zwei Jahre vor beabsich­tigter Ro­dung sollte die Sortenwahl getroffen und die ge­­eignete Pfropfkombination beim Rebveredler bestellt werden. Rodung und Sortenwahl ist mit Vermarktungspartnern (Genos­sen­schaft, Kellerei) abzustimmen. Pachtangelegenheiten unbedingt vor der Rodung abklären.
  • Wuchsprobleme der Altanlage erkennen: Verdichtungen durch Überfahren und Staunässe, Virusbeall, Reblausbefall, unzu­reichende Nährstoffversorgung, Bodenversaue­rung; Mit einer Spatendiagnose können Ver­dichtungs­ho­ri­zonte erkannt werden; eine Bodenuntersuchung ist vor der Pflanzung durchzuführen. Gegebenenfalls Weinbauberatung hinzuziehen.
  • Dauerbegrünung frühzeitig umbrechen: Im vorletzten Ertragsjahr zumindest in jedem zweiten Gang flach einfräsen, um Humus als alleinigen N-Lieferant zu nutzen - hilft hohe N-Schübe im Jungfeld zu vermeiden und spart Düngekosten. In der Begrünung und in Humus gebundener Stickstoff wird sonst nach dem Rigolen ins Grundwasser verfrachtet. Kompost- oder Trestergaben erst im zweiten Standjahr ausbringen. Keinesfalls größere Mengen frischer organischer Substanz (Stroh oder Grasso­den) in tiefere Schichten vergraben, dies fördert Fäulnisprozesse und bewirkt Wuchsprobleme der Wiederbepflanzung. Vorauflaufmittel wie Katana (Sulfonylharnstoffe) im letzten Ertragsjahr nicht mehr einsetzen, Blattherbi­zide auf Glyphosatbasis sind unproblematisch.
  • Bodenverbesserungen: Sind Drainagen, Erdauffüllungen, Terrassierungen geplant, Genehmigungen und Angebote einholen.
  • Bodenanalyse, Vorratsdüngung, Kalkung: Nach Bodenanalyse P, K Mg oder Kalk vor der Bodenbearbeitung ausbringen.
  • Tiefenlockerung: Angebote der Lohnunterneh­mer für Rigolen und Pflanzmaschine einholen und Termine frühzeitig abstimmen. Tiefenlocke­rung zeitig durchführen, das sich der Boden noch absetzen kann. Eventuell Brachebegrünung.
  • Pflanzgut: Reben eine Woche vor Pflanzung beim Rebveredler holen. Das Pflanzgut an schatti­ger Stelle ins Wasser stellen, um vom Kühlhaus an die Umgebungstemperatur zu gewöhnen. Mehrmals das Wasser wechseln.
  • Pflanzvorbereitung: Grenzsteine aufräumen und Auszeilen, um Fahrspuren auf den späteren Pflanzreihen zu vermeiden. Einebnung und Pflan­zung bei geeigneten Bodengegebenheiten vornehmen.
  • Fristen, Meldungen: Förderantrag und Pflanz­meldung zur EU-Umstrukturierung form- und fristgerecht abgeben, Rodung und Anpflanzung in der Weinbaukartei bis 31. Mai melden.