Angesichts zunehmender Transportlasten, breiterer Zugmaschinen und sehr hohem Verkehrsaufkommen in kurzen Erntezeitfenstern bei verstärktem Lohnunternehmereinsatz werden vorhandene Wirtschaftswege stark belastet und in Mitleidenschaft gezogen, auch weil sie für diese Nutzungsintensitäten bei ihrer Erstellung vor vielen Jahren einfach nicht ausgelegt wurden. Hinzu kommen Konflikte zwischen Landwirtschaft und anderen Nutzern. Der nächste Baulehrschau-Fachtag am Mittwoch, dem 10. Dezember im Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld greift diese Problematik auf und will Lösungsansätze für die zukünftige Wirtschaftswegegestaltung vermitteln. Auch eine Online-Teilnahme ist möglich.
Im ersten Vortrag werden Melina Offermanns und Torsten Heep von der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation genehmigungs- und förderrechtliche Aspekte zum Wirtschaftswegebau und die aktuellen Ausführungsrichtlinien vorstellen. Hessen Forst ist bekannt für seinen gekonnten schwerlastfähigen Waldwegebau. Johannes Flikschuh, langjähriger Leiter von Hessen Forst-Technik in Bebra, stellt deren Erfahrungen vor.
Welche Anforderungen hat die Landwirtschaft?
Welche technischen Anforderungen die heutige moderne Landwirtschaft an den Feldwegebau stellt, erläutert Uwe Roth, Geschäftsführer des Landesverbandes der hessischen Maschinenringe und Wasser- und Bodenverbände. Und wie man Konflikte zwischen Landwirtschaft und sonstigen öffentlichen Wegenutzern vermeiden oder zumindest entschärfen kann, analysiert im Anschluss Stefanie Wittich-Vogel, Öffentlichkeitsreferentin beim Kreisbauernverband Kassel.
Technische Ausführung wird vorgestellt
Im Praktikerblock nach der Mittagspause werden technische Ausführungsvarianten des Wegebaus und der Wegesanierung vorgestellt: Klemens Hartmann aus Grebenstein stellt eine kostengünstige Sanierungsvariante für Schotterwege mit der HEN-Pflegefräse vor, die in einem Arbeitsgang bereits vorhandenes Schottergut aufbereitet, neu verteilt und verdichtet. Diese Fräse kommt im Anschluss an die Vorträge dann auch noch zu einem kurzen Vorführeinsatz am Eichhof. Marc Schuhmann vom ortsansässigen Mittelständler Räuber-Bauunternehmung bewertet verschiedene Ausführungsvarianten beim Neubau von Wirtschaftswegen und nennt die anfallenden Kosten. Jürgen Stehr aus Schwalmtal-Storndorf ist ein sehr versierter und weltbekannter Entwickler und Hersteller von Baumaschinen und hat gerade auch für den Wirtschaftswegebau einige Spezialmaschinen konzipiert, die er im dritten Praktikervortrag persönlich vorstellen wird.
Anmeldung ist erforderlich
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 10. Dezember, von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr in der Baulehrschauhalle im Landwirtschaftszentrum Eichhof, Bad Hersfeld, statt. Eine Teilnahme ist auch online möglich. Es wird eine Gebühr von 40 Euro erhoben. Darin enthalten ist eine Getränkepauschale und ein Mittagsimbiss. Anmeldeschluss ist am 8. Dezember. Anmeldungen: Angela Bruche ( 06621/9228-1, E-Mail: angela.bruche@llh.hessen.de).
Klaus Wagner – LW 48/2025