Wie mehrere überregionale Medienhäuser berichten, plant die hessische Landesregierung die Aufhebung der Schonzeit für Waschbären. Die ganzjährige Bejagung solle helfen, die Populationen der invasiven Tierart in den Griff zu bekommen. Die entsprechende Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung solle noch in diesem Jahr in Kraft treten.
Derzeit gilt für erwachsene Waschbären in Hessen eine Schonzeit von März bis Ende Juni. Gemäß dem Koalitionsvertrag soll die Hessische Jagdverordnung dahingehend geändert werden, dass die Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufgehoben wird – unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes. Ein Entwurf für die Änderung im hessischen Jagdrecht werde innerhalb der Landesregierung abgestimmt und soll laut Medienberichten rechtzeitig zum Beginn des nächsten Jagdjahres am 1. April in Kraft treten.
Waschbär breitet sich aus und sorgt für Ärger
Die kleinen Raubtiere breiten sich in Hessen und auch in ganz Deutschland zunehmend aus. Sie schädigen dabei laut der Goethe-Universität Frankfurt boden- und höhlenbrütende Vogelarten, Amphibien und Reptilien. Ein Projekt der Universität liefert unter anderem einen Faktencheck rund um den Waschbären, der vielerorts für Unmut durch Schäden an Infrastruktur und Produktionsgütern sorgt. Auch in landwirtschaftlichen Betrieben schlagen Waschbären laut der Goethe-Universität beispielsweise bei Siloballen, Maispflanzen und Obstkulturen zu.
Pilotprojekt zur Sterilisation von Waschbären
Erst im Sommer letzten Jahres war ein Projekt in Kassel gestoppt worden, bei dem die Populationen auf anderem Weg reduziert werden sollten. Das von der Stadt Kassel unterstützte Pilotprojekt des Bundesverbandes der Wildtierhilfen, bei dem Waschbären gefangen, betäubt, chirurgisch sterilisiert und anschließend wieder freigelassen werden sollen, stoppte die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel wegen möglichen Verstößen gegen das Naturschutz- und das Jagdrecht.
LW/age – LW 3/2026