Steuern optimieren und Liquidität erhalten

Es gehört zur landwirtschaftlichen Realität, dass es gute Jahre und schlechte Jahre gibt. Die derzeitige angespannte Lage mit hohen Kosten und niedrigen Preisen zehrt an der Liquidität der Betriebe. Es gilt, jede Ausgabe auf den Prüfstand zu stellen. Dazu gehören auch Einkommenssteuer und Umsatzsteuer. Mit einer guten Gestaltung lassen sich hier Liquiditätsreserven heben.
Bei der Einkommenssteuer wird die Höhe der Zahlungen mit Blick auf die Vergangenheit bestimmt. Wenn absehbar ist, dass die guten Gewinne der Vorjahre vorerst nicht wieder erreicht werden, sollte in Abstimmung mit Steuerberatung und Finanzamt eine Senkung der Vorauszahlungen beantragt werden.
Bei der Umsatzsteuer haben viele hessische Betriebe vielfach noch die Wahlfreiheit zwischen pauschalen Steuersätzen und der Option zur Regelbesteuerung. Aufgrund des mehrfach abgesenkten Pauschalsteuersatzes und der stark gestiegenen Kosten für Dünger, Energie, Technik und Unterhaltung, alle mit einem Steuersatz von 19 Prozent, gilt es, regelmäßig zu prüfen, ob ein Wechsel zur Regelbesteuerung sinnvoll ist. Das Steuerbüro kann eine detaillierte Berechnung erstellen.
Der zeitliche Mehraufwand bei den Buchungen hält sich für die meisten Betriebe in Grenzen und eine zeitnahe Buchung der Belege hilft außerdem dabei, die Liquidität durch Geldrückberichte oder Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) im Blick zu behalten.
Die Gestaltung von Steuerzahlungen ist eine keine Optimierung auf den letzten Cent, dafür schwanken die Ergebnisse naturbedingt zu stark. Ohne eine regelmäßige Beschäftigung mit dem Thema wird allerdings Liquidität verschenkt. Und die brauchen die Betriebe, um bis zum nächsten guten Jahr durchzuhalten.  
Martin Mees, LLH