Sonderveröffentlichung | LW HEUTE

Tierwohl und -gesundheit in pferdehaltenden Betrieben

Tagung in Bad Hersfeld und online

Die Anforderungen an eine moderne Pferdehaltung steigen stetig – sei es durch gesellschaftliche Erwartungen, gesetzliche Rahmenbedingungen oder neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis. Für Pensionsstallbesitzer ist das Pferdewohl besonders wichtig, da es direkt mit dem wirtschaftlichen Erfolg, der rechtlichen Sicherheit, der Kundenzufriedenheit und dem Ruf des Betriebes zusammenhängt. Umso wichtiger ist es für pferdehaltende Betriebe, fundiertes Fachwissen mit praxistauglichen Lösungen zu verbinden. Hier setzt die 2. Pferde-Fachtagung „Maßnahmen zur Steigerung des Tierwohls und der Tiergesundheit in pferdehaltenden Betrieben“ an, die am Mittwoch, dem 4. März im Rahmen der ALB-Veranstaltungsreihe im Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld und online stattfindet.

Um das Tierwohl und die Gesundheit von Pferden wird es bei einer Tagung am 4. März in Bad Hersfeld gehen, die im Rahmen der ALB-Veranstaltungsreihe stattfindet. Foto: Rittershaus

Welche Schlüsselfaktoren für eine stabile und belastbare Pferdegesundheit entscheidend sind, damit wird sich Dr. Johanna Hoffmann, Fachtierärztin für Pferde an der Pferdeklinik für Chirurgie und Orthopädie der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, befassen. Im Mittelpunkt steht die Prävention von Lahmheiten und Atemwegs­erkrankungen, die zu den häufigsten Gesundheitsproblemen zählen. Der nächste Themenblock wird sich der Gestaltung eines tiergerechten Fütterungsmanagements widmen. Dabei geht es um die bedarfsgerechte Versorgung von Pferden unter Berücksichtigung von Haltungssystemen, Arbeitsbelastung und betrieblichen Rahmenbedingungen. Referentin ist Constanze Röhm, Geschäftsführerin und Eignerin der „unabhängigen Futterberatung Conny Röhm“.

Dem Grünland als Grundlage für die qualitativ hochwertige Heuproduktion fällt eine zentrale Rolle in der Fütterung zu. Ein nachhaltiges Grünlandmanagement im Pferdebetrieb bedeutet daher mehr als nur regelmäßiges Mähen oder Beweiden. Es umfasst die gezielte Pflege und Nutzung der Flächen, die Anpassung an Standortbedingungen, eine bedarfsgerechte Düngung sowie die Vermeidung von Übernutzung und Trittschäden. Dr. Anna Techow vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen wird aufzeigen, welche Maßnahmen zu einem nachhaltigen Grünlandmanagement im Pferdebetrieb führen.

Thorsten Hinrichs, Inhaber der Firma HIT Aktivstall, wird sich mit den Anforderungen an tiergerechte Pferdehaltungssysteme der Zukunft beschäftigen. Dabei geht es auch um die dazugehörigen Strategien im Management, um Pferdebetriebe wettbewerbsfähig zu machen.

Kevin Bregler vom Fraunhofer-Institut wird den ARA-Roboter als Zukunftsperspektive einer automatisierten Reitbodenpflege vorstellen. Im Praktikerteil wird die Hufbeschlag-Lehrmeisterin der JLU Gießen, Melanie Striebinger, die Zusammenhänge zwischen tiergerechtem Hufbeschlag und optimaler Bodengestaltung von Reitplätzen und Reithallen vorstellen. Claudia Hoffarth aus Lohra wird von der Entwicklung ihres ehemaligen Schweinebetriebs hin zu einem modernen Zucht- und Pensionsbetrieb mit der Haltung im Aktivlaufstall berichten. Gabriele May aus Bad Orb wird die Entwicklung vom Milchviehbetrieb hin zum Pensionsstall zeigen. Auf ihrem Hof Löwelsberg werden die Pferde in Offenställen und Boxen gehalten mit der Besonderheit, dass die Pferde tagsüber in großen Gruppen auf die Weide gehen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 4. März von 9.30 Uhr bis 16 Uhr in der Baulehrschauhalle im Landwirtschafts­zentrum Eichhof in Bad Hersfeld statt. Eine Teilnahme ist auch online möglich. Es wird eine Teilnahmegebühr von 40 Euro erhoben, darin enthalten ist eine Getränkepauschale und ein Mittagsimbiss. Anmeldeschluss ist der 2. März (Anmeldungen: Angela Bruche, 06621/9228-13 oder E-Mail: angela.bruche@llh.hessen.de).

Dr. Christiane Rittershaus, LLH – LW 8/2026