Toni ist krank

Auch Hennen brauchen ab und zu Hilfe

„Toni, Toni, aufwachen! Aaaaufwaachen!“, schrie Gustav. Doch Toni rührte sich nicht. Da tat Gustav etwas, was ein klein wenig typisch für ihn war: meckern. „Toni, wach nun endlich auf, das ist nicht witzig. Das nervt!“ Toni blinzelte ein wenig, dann fielen ihr die Augen wieder zu. Was war nur mit Toni los? Das war ganz untypisch, sonst fing sie doch immer gleich an loszuquasseln. Gustav war nun wirklich besorgt. Und wenn er sich Toni mal genauer ansah, so fielen ihm doch ein paar Merkwürdigkeiten an ihr auf. Sie war nicht nur schlapp, die Nase lief auch und sie keuchte so komisch. Wen könnte er nur um Rat fragen. Gustav grübelte und grübelte. Dann hatte er eine Idee.
 
Die weise Eule
 
Eulen sollen doch klug sein, das hatte er schon einmal gehört. Er musste nur warten, bis es dämmrig wurde, dann würde dieses eigenartige Wesen mit den riesigen Augen schon auftauchen. Er würde so lange bei Toni bleiben, denn hier im Freien war sie ja vollkommen der Habichtdame Roberta ausgeliefert, die hier ihr Unwesen trieb.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis die Sonne unterging und es dunkel wurde. Doch endlich war es so weit und das sanfte Uhu, Uhu der Eule war zu hören. Wie sprach man nur ein solches Wesen an? Gustav räusperte sich. Dann legte er los: „Verehrte Dame, sind Sie das Wesen, das man als klug und weise bezeichnet?“ Die Eule sah Gustav mit großen Augen an und schwieg. Was war nur los? Konnte die nicht reden? Gustav setzte noch einmal an: „Verehrte Dame, ich suche Ihren Rat. Meiner kleinen Freundin hier geht es nicht sehr gut. Aber ich weiß nicht, wie ich ihr helfen kann.“ Die Eule sprach kein Wort. Sie sah Toni nur sehr intensiv an und rollte mit ihren Augen. Dann spreizte sie ihre Flügel, hob sich langsam in die Luft und flog in Richtung Bauernhof davon.
 
Die Zeichen richtig deuten

Gustav war ratlos. War die Eule doch nicht so klug, wie alle behaupteten, oder wollte sie einfach nicht mit Gustav reden. „Gut nachdenken“, sagte Gustav zu sich selbst. Was hatte die Eule getan? Sie hatte die Augen verdreht. Okay, das hatte vielleicht nicht unbedingt etwas zu bedeuten. Sie war in Richtung Bauernhof geflogen. Das könnte schon eher ein Zeichen gewesen sein. Bauernhof gleich Bauer gleich Bauer Franz. Bauer Franz!!! Das war es! Bauer Franz konnte vielleicht helfen. Also hatte die Eule ihn doch nicht ignoriert. Gustav nahm ordentlich Anlauf, rannte, rannte und setzte über den Zaun. Kurz verschnaufen - und dann schnell zum Bauernhof rasen. Er hatte Glück. Er sah durchs Fenster Bauer Franz beim Kaffeetrinken und Zeitunglesen. Jetzt musste er ihn nur irgendwie auf sich aufmerksam machen. Er senkte den Kopf, zielte und rammte mit seinen Hörnern die Scheibe. Es klirrte laut. Aber Gott sei Dank ging die Scheibe nicht zu Bruch. „Ja ist denn das die Möglichkeit!“, entfuhr es Bauer Franz. Er blickte aus dem Fenster und erkannte gleich den Übeltäter. Er rannte zur Tür, öffnete sie uns stürzte dem Ziegenbock hinterher, der gerade dabei war, wieder in Richtung mobilen Hühnerstall zu laufen. Gustav holte alles aus sich heraus, setzte noch einmal über den Zaun und blieb direkt neben Toni stehen.
 
Die schreckliche Newcastle-Krankheit
 
Der Bauer war so in Rage, dass auch er einfach über den Zaun
sprang. Er wollte gerade ärgerlich auf Gustav zugehen, als er Toni schlaff am Boden liegen sah. „Um Himmels Willen!“, rief Bauer Franz entsetzt. „Das ist bestimmt die schlimme Newcastle-Krankheit. Ich muss sofort etwas unternehmen.“ Er schnappte sich Toni und rannte mit ihr zum Hof zurück. „Ich muss sie von den anderen Tieren fernhalten“, schoss es ihm durch den Kopf. Er setzte sie in der kleinen Scheune ab, die zurzeit leer stand, machte ihr ein bequemes Lager und brachte ihr ein besonders gutes Futter. Dann beobachtete er sie. Ihre Nase lief ein wenig und sie wirkte sehr schlapp. Außerdem keuchte sie etwas und sperrte den Schnabel weit auf. Atembeschwerden, laufende Nase, Schlappheit. Das Wetter war in letzter Zeit recht ungemütlich gewesen, nasskalt. Das könnte auch ein Hühnerschnupfen sein. Bauer Franz beruhigte sich etwas. Ein Schnupfen war nicht so schlimm wie die Newcastle-Krankheit. Das könnte er kurieren und in ein paar Tagen würde es Toni wieder besser gehen. Aber zur Sicherheit wollte Franz auf jeden Fall noch einmal in seinen mobilen Hühnerstall gucken, ob auch die anderen Hennen Symptome zeigten.
 
Toni kehrt heim

Als Bauer Franz zum Stall kam, heftete sich Gustav an seine Fersen und ließ ihn nicht aus den Augen. Was hatte der Bauer mit Toni gemacht. Er wird doch nicht... Nein, das glaubte er dann doch nicht. Er beobachtete, wie der Bauer jedes einzelne Huhn genau betrachtete. Er schien nicht mehr so rot im Gesicht und auch sein Atem ging langsamer. Der Bauer hatte sich offensichtlich beruhigt. Jetzt blickte er Gustav an. „Keine hat sich angesteckt, soweit ich das im Moment beurteilen kann. Und ich denke, Toni hat nur einen Hühnerschnupfen.“ Noch nie hatte Bauer Franz so zu Gustav gesprochen. Er hatte anscheinend bemerkt, dass Gustav sich Sorgen machte.
Nun beruhigte sich auch Gustav wieder. Und tatsächlich. Nach wenigen Tagen kam Bauer Franz mit Toni im Arm und setzt sie wieder zu den anderen Hühner in den Stall. Toni war nur am Schimpfen, weil sie es hasste, von Bauer Franz getragen zu werden. Sie war ziemlich eitel und wollte vor den anderen nicht als schwächlich erscheinen. Gustav grinste. Toni war wieder ganz die Alte!
 

  
 
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Schäfer/LW – LW 10.04.2018/2019