„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ ist ein bekannter Spruch und verkörpert in gewissem Maße das Misstrauen vieler gegenüber der Statistik. Die als theoretisch empfundene Disziplin ist jedoch in Zeiten großer Datenmengen und komplexer Fragestellungen wichtiger denn je, auch in der Landwirtschaft. Die Bereitstellung von Daten allein ist noch nicht ausreichend, erst durch eine adäquate Statistik kann aus Daten Wissen generiert werden.
Eine Kernaufgabe der Statistik ist es, mit Hilfe der vorhandenen Daten Entscheidungsträgern die Arbeit zu erleichtern, zum Beispiel den Landwirten bei der Sortenentscheidung zu unterstützen. Im Folgenden sollen Grundzüge und Begrifflichkeiten aus der Statistik im landwirtschaftlichen Versuchswesen verständlich erläutert werden.
Statistik als Werkzeug zur leichteren Entscheidungsfindung
Häufig werden hinter dem Begriff Statistik komplexe Vorgänge verstanden, die einen hohen Grad an mathematischem Verständnis voraussetzen. Dabei beginnt Statistik bereits bei der Beobachtung und Datenerhebung. Die Antwort auf die Frage, wie eine einfache Definition von Statistik aussehe, beantwortet ChatGPT folgendermaßen: „Statistik ist die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, Daten zu sammeln, zu ordnen, auszuwerten und zu interpretieren, um Informationen zu gewinnen und Entscheidungen zu unterstützen. Kurz gesagt: Statistik hilft uns, aus Zahlen Sinn zu machen.“
Im Fall des pflanzenbaulichen Versuchswesens begleitet die Statistik einen Versuch von der Planung bis zur Auswertung. Ohne statistische Planung und Auswertung wären die erhobenen Daten wertlos. Sie müssen in einen Zusammenhang gebracht und interpretiert werden, um daraus Informationen zu erhalten, die dann verarbeitet und verknüpft werden müssen, um daraus Wissen zu schaffen. Erst dieses Wissen ermöglicht Handeln und Entscheidungen. Diese Schritte von Daten bis zum Wissen werden stets durch die Statistik begleitet. Um also Wissen zu generieren, brauchen wir den „Werkzeugkasten“ der Statistik.
Zu Beginn jedes Versuches steht eine Frage, die es zu beantworten gilt. Fragestellungen im landwirtschaftlichen Versuchswesen kommen typischerweise aus der Produktion, wie zum Beispiel „Welche Sorte bringt in welcher Region den höchsten Ertrag?“ Entsprechend werden neue Züchtungen an verschiedenen Versuchsstandorten unter verschiedenen Umweltbedingungen getestet, um Aussagen über die Leistungsfähigkeit einer Sorte treffen zu können.
Dr. Benjamin Klauk, Fachinformation Pflanzenbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 28/2026