Aus der Region | LW HEUTE

Weinbau am Scheideweg?

Wie die EU zur Erhaltung unserer Weinkultur beiträgt

Dieses spannende Themenfeld beleuchtete Europa-Abgeordnete Christine Schneider (CDU) beim traditionellen Weinzirkel zum Dreikönigstag, den die Weinbruderschaft Rheinhessen im Bürgerhaus Bechenheim ausrichtete.

Fast 120 Weinbrüder und Weinschwestern besuchten den Weinzirkel am Dreikönigstag in Bechenheim und lauschten der EU-Abgeordneten Christine Schneider, die das EU-Weinpaket erklärte. Foto: Norbert Krupp

„In Brüssel diskutieren wir aktuell über die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik. Deshalb kommen viele verschiedene Lobbyisten zu mir ins Büro, um mich von ihren Gedanken zu überzeugen.“ Das Spektrum der Besucher reiche von Umwelt- und Branchenverbänden bis hin zu den Händlern. Aus eigener Erfahrung stellte Schneider fest: „Wir können nur dann gute Politik gestalten, wenn sie von der kommunalen Ebene über das Land und den Bund bis nach Brüssel reicht, weil in der Europapolitik alles miteinander verzahnt ist.“

Weinkultur ist Kulturgut und unsere Identität

Schneider bringt sich seit 2019 in Brüssel für die Region Rheinhessen-Pfalz als parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Gruppe, als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit (ENVI) sowie als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) ein. Sie betonte, dass die Weinkultur für die Menschen aus der Pfalz, Rheinhessen und den anderen Weinbaugebieten mehr als nur die Produktion eines Kulturguts sei: „Sie ist unsere Identität. Sie ist unsere Wurzel, die uns und unsere Kulturlandschaft prägt.“ Deshalb bilde die Weinkultur zu Recht den Mittelpunkt der Diskussion der europäischen Agrarpolitik und im Agrar-Ausschuss.

Der Weinbau stehe aktuell am Scheideweg, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Man müsse nun Entscheidungen treffen, die aber auch eine große Chance bedeuten könnten. Man müsse es immer als Chance begreifen, Dinge neu zu gestalten.

Weil der Weinbau in ganz Europa massiv unter Druck stehe, habe das Europa-Parlament innerhalb eines Jahres ein Wein-Paket geschnürt. Als Ursachen der Krise nannte Schneider den Klimawandel, die Marktverwerfungen und Überkapazitäten in Europa sowie das seit vielen Jahren rückläufige Konsumverhalten. Gerade die jüngere Generation denke ganz anders über Wein- und Alkoholkonsum.

Das Europäische Parlament habe im Dezember 2025 ein Wein-Paket beschlossen, dem der Agrar-Ausschuss Anfang dieser Woche endgültig zugestimmt hat, es könne nun in Kraft treten. „Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken und Stabilität in den europäischen Weinsektor bringen, aber auch mehr Flexibilität in den Mitgliedstaaten und den Anbauregionen ermöglichen. Dafür soll es klare, einheitliche Kennzeichnungsregeln geben, besonders für die alkoholfreien und alkoholreduzierten Weine.“

Den ganzen Beitrag können Sie sich hier im PDF-Format herunterladen.nk – LW 3/2026
Weinpaket und agrarpolitische Zukunft im Fokus Agrar- und weinbaupolitischer Dialog in Brüssel
Ohne Pflanzenschutz keine gesunden Reben DWV-Rebschutztagung mit internationalen Gästen
Ohne Weinbau wäre Rheinland-Pfalz nicht Rheinland-Pfalz Schmitt legt Weinbaupaket 2025+vor