Die österreichischen Weinanbaugebiete Wachau, Kremstal und Kamptal waren das Ziel einer Lehrfahrt der Landjugendverbände RheinhessenPfalz und Württemberg-Baden. Neben Wein wird in der Region zwischen Melk und Krems an der Donau auch Balsamico und Öl hergestellt und direkt vermarktet. In den vier Tagen der Fahrt waren auch Klimawandel und Trockenheit ein Thema. Die Teilnehmenden nahmen viele Impulse für ihren eigenen beruflichen Alltag aus Österreich mit nach Hause.
Die Landjugend RheinhessenPfalz machte sich gemeinsam mit der Landjugend Württemberg-Baden auf den Weg nach Krems an der Donau. Die Universitätsstadt liegt circa 70 km westlich von Wien und ist die fünftgrößte Stadt Niederösterreichs.
Bereits der erste Programmpunkt, der Besuch des Weinguts Lagler in Spitz in der Wachau, bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in den Weinbau der Region.
Für die Wachau sind Steil- und Terrassenlagen charakteristisch. Damit verbunden sind spezielle arbeitswirtschaftliche und anbautechnische Besonderheiten.Die gewonnenen Eindrücke wurden am ersten Abend bei einem gemeinsamen Austausch in gemütlicher Runde vertieft.
Trockenheit und Klimawandel
Am zweiten Tag standen die Besichtigung der Kellerei der Winzer Krems, die Domäne Wachau sowie der Besuch des Weinguts Christoph Donaubaum auf dem Programm. Auch in Österreich sind die Auswirkungen zunehmender Trockenperioden im Weinbau deutlich spürbar.
Die daraus entstehenden Herausforderungen für die Betriebe und Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern, wurden von der Gruppe intensiv diskutiert.
Neben den fachlichen Eindrücken blieb auch Zeit, die historische Altstadt von Krems kennenzulernen. Der Tag fand bei einem gemeinsamen Glas Wein und einem guten Essen in einem für die Region typischen Heurigen einen gemütlichen Abschluss.
Grüner Veltliner und Balsamico
Der dritte Tag bot erneut die Möglichkeit, weitere Betriebe und Facetten der Weinregionen Wachau, Kremstal und Kamptal kennenzulernen. Besucht wurden das Weingut Steininger in Langenlois, das Weingut Schmid in Gobelsburg sowie das Weingut Rosenberger in Straß. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Rebsorte Grüner Veltliner. Je nach Betrieb, Lage und Ausbau zeigten sich bei der Verkostung die feinen Nuancen der Sorte.
Einen interessanten Blick über den eigenen beruflichen Schwerpunkt hinaus bot zudem die Besichtigung einer Balsamico-Manufaktur.
Balsamico ist ein weiterer Bereich der Verarbeitung von Weintrauben und der landwirtschaftlichen Direktvermarktung.
Ölproduktion und Direktvermarktung
Am vierten und letzten Tag der Lehrfahrt stand auf dem Rückweg der Besuch des Betriebs Hoferbauer in Hemau auf dem Programm. Bei einer Betriebsbesichtigung mit anschließender Verkostung erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die Herstellung und Vermarktung biozertifizierter Öle sowie deren vielfältigen Einsatz- und Genussmöglichkeiten.
Der Betrieb baut verschiedene Kulturen zur Ölproduktion an. Die Öle werden dann über den eigenen Hofladen vermarktet.
Der Besuch stellte einen passenden Abschluss der fachlichen Lehrfahrt dar und zeigte einmal mehr die vielfältigen Möglichkeiten landwirtschaftlicher Wertschöpfung und Direktvermarktung auf.
Insgesamt bot die Weinbaulehrfahrt nach Krems an der Donau den Teilnehmenden vielfältige fachliche Einblicke in den österreichischen Weinbau.
Durch die besuchten Betriebe wurden die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Weinbauregionen und Bewirtschaftungsformen deutlich.
Gleichzeitig konnten wertvolle Impulse für den eigenen beruflichen Alltag und den zukünftigen Umgang mit Herausforderungen wie Trockenheit, Klimawandel und Sortenwahl gewonnen werden.
Landjugend RheinhessenPfalz – LW 36/2026