In Rheinland-Pfalz hat sich Wintertriticale als Futtergetreideart etabliert, auch wenn sie flächenmäßig nicht zu den dominierenden Ackerkulturen zählt. Im Jahr 2026 wurden rund 15 531 Hektar angebaut, was etwa vier Prozent der gesamten Ackerfläche des Landes entspricht. Die Anbauschwerpunkte liegen vor allem in Regionen mit Viehhaltung und einer hohen Dichte an Biogasanlagen. Rund 30 Prozent der gesamten Wintertriticale-Anbaufläche entfallen auf die Landkreise Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich.
Triticale zählt zu den vergleichsweise jungen Getreidearten und ist das Ergebnis einer gezielten Kreuzung von Weizen (Triticum aestivum) und Roggen (Secale cereale). Ziel dieser Züchtung war es, die hohen Erträge sowie den guten Proteingehalt und die hohe Proteinqualität des Weizens mit der Robustheit und Anspruchslosigkeit des Roggens zu verbinden. Die heute im Anbau befindlichen Sorten sind sogenannte Rekombinationstriticale. Sie entstehen durch die Kreuzung verschiedener Triticale-Stämme.
Zwei neue Züchtungen in den Landessortenversuchen 2026
Im Anbaujahr 2025/2026 wurden in den Landessortenversuchen neun Wintertriticalesorten an drei Prüfstandorten jeweils in zwei Intensitätsstufen geprüft. Im März 2026 erteilte das Bundessortenamt drei neuen Wintertriticalesorten die Zulassung für Deutschland. Zwei dieser Neuzulassungen wurden unmittelbar in die Landessortenversuche aufgenommen und konnten somit zur Ernte 2026 unter den Anbaubedingungen in Rheinland-Pfalz geprüft werden. In Tabelle 1 sind die wichtigsten Eigenschaften der neuen Sorten zusammengefasst.
Katja Lauer, Leiterin Fachgruppe Pflanzenbau, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück – LW 34/2026