Hendrik Jungerts vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau (KÖL), stellt auf Grundlage des Landessortenversuchs die Ergebnisse der Öko-Dinkelernte 2026 vom Bainerhof in Waldböckelheim an der Nahe vor.
Der Landessortenversuch (LSV)Öko-Dinkel wurde 2026 am Standort Waldböckelheim auf den Flächen des Bainerhofs (Kreis Bad Kreuznach) durchgeführt und ausgewertet. Das Prüfsortiment umfasste zwölf Sorten. Neu im LSV waren Paracelsus, Rheingold, Polkura und Cascada.
Standort, Witterung und Wachstumsverlauf
Der Versuch stand nach zweijähriger Luzerne auf einem Standort mit einer Ackerzahl von 75. Eine organische Düngung erfolgte nicht. Der Nmin-Gehalt nach Winter lag bei 146 kg N/ha. Ausgesät wurde am 5. November 2025 mit 200 Fesen/m², die Ernte erfolgte am 16. Juli 2026. Die Aussaat lag damit deutlich später als im Vorjahr, als bereits am 17. Oktober gesät worden war. Die Nmin-Werte waren mit 142 kg N/ha im Jahr 2025 dagegen ähnlich.
Nach einem milden Winter gefolgt von einem niederschlagsreichen Februar änderte sich der Witterungsverlauf mit Beginn der Vegetationsperiode deutlich. Ab März blieb es über weite Strecken trocken. Auch der Mai verlief überwiegend heiß und niederschlagsarm; erst gegen Monatsende fielen wieder nennenswerte Niederschläge. Im Juni folgten erneut hohe Temperaturen und geringe Niederschläge. Damit verliefen weite Teile der späteren Bestandesentwicklung und Abreife unter insgesamt warmen und sehr trockenen Bedingungen. Die Bestandesdichte lag mit rund 384 Ähren/m² etwas unter den 399 Ähren/m² des Vorjahres. Die mittlere Pflanzenlänge blieb mit rund 108 cm nahezu unverändert, Lager spielte keine nennenswerte Rolle.