Roggen besitzt gerade im ökologischen Ackerbau einige pflanzenbauliche Vorteile und ist daher auf nicht wenigen Ökobetrieben ein fester Bestandteil der Fruchtfolge. Durch die geringeren Standort- und Nährstoffansprüche ist der Roggen ideal für den Anbau auf sogenannten Grenzstandorten, also zum Beispiel Flächen mit Defiziten in der Wasserversorgung oder sandigeren Bodenverhältnissen.
Innerhalb der Fruchtfolge bietet sich die abtragende Stellung am Ende der Rotation aus mehreren Gründen an: Die Nährstoffvorräte im Boden sind durch die Vorfrüchte zum Großteil aufgebraucht worden, womit der Roggen weniger Probleme hat als andere Getreidearten. Zudem nimmt der Unkraut- und Ungrasdruck zum Ende der Fruchtfolge meist merklich zu.
Durch die grundsätzlich gute Massebildung und seine Langstrohigkeit kommt der Roggen recht gut mit dieser Konkurrenzsituation zurecht. Außerdem bieten sich Möglichkeiten den nachfolgenden Feldfutterbau bereits als Untersaat im Getreidebestand zu etablieren.
Roggen zum Ende der Rotation
Das ideale Saatzeitfenster reicht von Ende September bis Mitte Oktober. Die Saatstärke liegt je nach Zeitpunkt und Sortentyp bei zirka 200 bis 300 Körnern pro Quadratmeter. Bei früheren Saaten und bei Hybridsorten kann die Saatstärke reduziert, bei Populationssorten und zu späteren Zeitpunkten erhöht werden. Die optimale Saattiefe liegt im Bereich von 1 bis 2 cm und damit etwas flacher als bei den übrigen Getreidearten. Voraussetzung für einen guten Bestand sind trockene Aussaatbedingungen. Zu nasse Bodenverhältnisse oder gar Staunässe verträgt der Roggen überhaupt nicht.
Marcel Phieler, Beratungsteam Ökologischer Landbau, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 35/2026