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Junge Forstleute erhalten Abschlussurkunden

Die sichtbarsten Botschafter des Waldes

Im Waldbildungszentrum in Hachenburg feierten 50 junge Frauen und Männer ihren Berufsabschluss. Matthias Müller, Vorstand der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (LWK RLP), und Forststaatssekretärin Kristina Brixius (CDU) überreichten die Urkunden gemeinsam. Beide hoben die Bedeutung des Berufes für Natur- und Umweltschutz hervor.

Abschlussurkunde in der Hand, Zukunft fest im Blick: der 2026er Abschlussjahrgang Forstwirtschaft. Foto: Landesforsten Rheinland-Pfalz/Alessandra Kurzawa
Staatssekretärin für Umwelt und Forsten, Dr. Kristina Brixius, bei der Abschlussfeier der neuen Forstwirte: „Forstwirtinnen und Forstwirte sind die sichtbarsten Botschafter des Waldes.“ Foto: Landesforsten Rheinland-Pfalz/Alessandra Kurzawa

Im Rahmen ihrer dreijährigen dualen Ausbildung konnten sich die Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2026 aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland in staatlichen, kommunalen und privaten Forstbetrieben die notwendigen praktischen Fertigkeiten aneignen. Ergänzt wurde ihre Ausbildung durch den Besuch der Berufsschule Bad Kreuznach und durch neun überbetriebliche Lehrmodule am Waldbildungszentrum Hachenburg. Dort erhielten 50 neue Forstwirte Ende Juni bei einer Feierstunde ihre Abschluss-urkunden. Prüfungsthemen waren die Bereiche Waldwirtschaft, Landschaftspflege, Holzernte sowie die Planung, Organisation und Kontrolle von Arbeitsaufgaben.

„Auch wenn der Wald in den vergangenen Jahren durch den Klimawandel stark geschädigt wurde, hat die Forstwirtschaft Zukunft.

Für die Menschen sind die Produkte der heimischen Forstwirtschaft sehr wichtig“, sagte Müller in seiner Ansprache. „Wir alle wissen es zu schätzen, dass im deutschen Wald nachhaltig gearbeitet wird. Es wird umweltverträglich ein nachwachsender Rohstoff produziert und gleichzeitig der Lebensraum von Fauna und Flora gepflegt.

Für Rheinland-Pfalz, dessen Fläche zu 42 Prozent bewaldet ist, kann die Bedeutung einer forstwirtschaftlichen Arbeit, bei der wirtschaftlicher Nutzen und vorausschauender Naturschutz sich im Einklang befinden, nicht hoch genug eingeschätzt werden“, unterstrich der LWK-Vorstand die Bedeutung der Berufsausbildung in der Forstwirtschaft.

Staatssekretärin Brixius schloss sich an: „Unsere Wälder stehen angesichts der Klimakrise vor enormen Herausforderungen. Hitze, Trockenheit, Stürme und Schädlinge haben viele Bestände geschwächt. Die Folgen sind längst nicht mehr nur für Fachleute zu erkennen. Sie sind für jede Bürgerin und jeden Bürger sichtbar. Die Zukunft unserer Wälder wird durch nachhaltige und professionelle Waldpflege gesichert, die von qualifizierten Fachkräften vor Ort durchgeführt wird.“

Sie betont, dass die Forstwirtinnen und Forstwirte die Waldentwicklung maßgeblich ermöglichen und zugleich als sichtbarste Botschafterinnen und Botschafter des Waldes wirken.

Wer selbst einmal junge Bäume gepflanzt habe, verstehe unmittelbar, wie viel Geduld, Sorgfalt und Zuversicht notwendig seien, um einen Wald für kommende Generationen aufzubauen, so Brixius.

Beruf im Wandel mit sehr guten Perspektiven

Sie hob außerdem hervor, dass Forstwirte seit Generationen für gelebte Nachhaltigkeit stehen und damit Verantwortung für kommende Generationen übernehmen. Die von ihnen heute gepflanzten Bäume schaffen langfristig Lebensraum, spenden Schatten und liefern Holz – oft weit über die eigene Lebenszeit hinaus. Diese Aufgabe sei mit großer Verantwortung verbunden und zugleich ein besonderes Privileg.

Brixius beschrieb in ihrer Festrede auch die grundlegende Veränderung des Berufsbildes in den vergangenen Jahrzehnten. Der moderne Forstwirtsberuf sei längst nicht mehr allein eine körperliche Tätigkeit, sondern eine hochqualifizierte Facharbeit. Er verlange technisches Verständnis, ökologische Kenntnisse, eigenverantwortliches Handeln und die Fähigkeit, komplexe Situationen zu beurteilen. Waldarbeit sei heute gleichermaßen Hand- und Kopfarbeit.

Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel, so Brixius, machten auch vor der Forstbranche nicht halt. Gut ausgebildete Forstwirte seien in den kommenden Jahren mehr denn je gefragt, die beruflichen Perspektiven ausgezeichnet, ob in staatlichen, kommunalen oder privaten Forstbetrieben, in der Forsttechnik, in der Weiterbildung zur Meisterin oder zum Meister oder in vielen anderen Spezialisierungen. „Die Zukunft der Forstwirtschaft braucht Kompetenz, Engagement und Leidenschaft.“

Laut Müller ist der Wald weder eine unerschöpfliche Rohstoffquelle noch ein Museum romantischer Naturidylle. Er appellierte an die frisch gebackenen Forstleute, Erhalt, Pflege und Nutzung des Waldes als Grundlage forstwirtschaftlicher Arbeit zu verstehen. Zugleich rief er die Absolventen dazu auf, sich angesichts der sich wandelnden Anforderungen der Forstwirtschaft kontinuierlich fortzubilden und die Qualifikation zum Forstwirtschaftsmeister anzustreben.

MLWUF, LWK RLP – LW 28/2026
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