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„Ein klimastabiler Wald braucht aktive Bewirtschaftung“

Forstminister Jung stellt HessenForst-Geschäftsbericht vor

Hessens Forstminister Ingmar Jung hat vergangene Woche im Forstamt Rüdesheim den Geschäftsbericht des Landesbetriebs HessenForst für die Jahre 2024 und 2025 vorgestellt. Gemeinsam mit HessenForst-Direktor Dr. Bernhard von Finckenstein zog er Bilanz über zwei Jahre, in denen nach den schweren Waldschäden der Vorjahre Wiederbewaldung, Pflege und der weitere Umbau der hessischen Wälder im Mittelpunkt standen.

Forstminister Ingmar Jung mit HessenForst-Direktor Dr. Bernhard von Finckenstein und Forstamtsleiter Jan Stetter. Foto: HMLU

Die Folgen der Trockenjahre, Stürme und Insektenschäden seit 2018 prägen die Arbeit im Wald weiterhin, wie das Ministerium in einer Pressemitteilung berichtet. Im Mittelpunkt stehe deshalb die Entwicklung vitaler und vielfältiger Mischwälder, führt Minister Jung darin aus. Hessen setze dabei auf ein aktives Waldmanagement und stärke die forstliche Praxis. Mit mehr Handlungsspielraum und praxistauglichen Rahmenbedingungen sollen die Förster vor Ort die richtigen Entscheidungen für stabile und leistungsfähige Wälder treffen können. „Wer jeden Tag im Wald arbeitet, weiß am besten, was vor Ort notwendig ist“, sagte Jung laut Mitteilung. Ein klimastabiler Wald entstehe nicht durch Stillstand. „Er braucht Pflege und aktive Bewirtschaftung. Und dazu gehört selbstverständlich auch die nachhaltige Nutzung von Holz“, so Jung. „Gleichzeitig werden mit der Novelle des Hessischen Waldgesetzes erstmals zehn Prozent des Staatswaldes als Naturwaldflächen gesetzlich geschützt. Damit verbinden wir aktives Waldmanagement und Naturschutz und entlasten zugleich kommunale und private Waldbesitzer von zusätzlichen Anforderungen.“

HessenForst hat, wie das Ministerium weiter mitteilt, seine waldbaulichen Strategien weiterentwickelt. Die 2025 vorgelegte Waldbaufibel berücksichtigt nach eigenen Angaben aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, zunehmende Risiken durch Trockenheit sowie Prognosen zur künftigen Wasserverfügbarkeit. Gezielte Holzernte, gesteuerte Waldverjüngung und frühzeitige Pflege sollen einzelne Bäume und ganze Bestände stabilisieren. „Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe. Entscheidend ist, dass wir unsere Wälder kontinuierlich pflegen, ihre Vielfalt erhöhen und stabile Bestände entwickeln“, erklärte HessenForst-Direktor Dr. Bernhard von Finckenstein. Wirtschaftlich entwickelte sich HessenForst nach Angaben des Ministeriums in den beiden Berichtsjahren positiv. Die Rohholzerlöse stiegen von 95 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 113 Mio. Euro im Jahr 2025. Gleichzeitig seien für Wiederbewaldung, Pflege und Waldschutz erhebliche Mittel aufgewendet worden.

HessenForst auf einen Blick

Wasserrückhalt im Wald mit Versickerungsmulden

Für Minister Jung gehören Waldumbau und Holznutzung zusammen: „Holz ist einer unserer wichtigsten heimischen und nachwachsenden Rohstoffe. Wir wollen ihn nachhaltig nutzen und Wertschöpfung möglichst hier in Hessen und Deutschland halten.“ Wer einen klimastabilen Wald wolle, müsse deshalb auch über seine Bewirtschaftung und die Verwendung des dort wachsenden Holzes sprechen. Wie die Entwicklung in der Praxis aussieht, zeigte das Ministerium bei einem Waldbegang im Forstamt Rüdesheim. Im Revier Kammerforst wurden der Umbau geschädigter Buchenbestände, die Förderung verschiedener Mischbaumarten sowie Möglichkeiten einer sicheren und schonenden Bewirtschaftung vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Wasserrückhalt im Wald. Durch Versickerungsmulden und Durchlässe im bestehenden Forstwegenetz soll Niederschlagswasser möglichst lange in der Fläche gehalten werden. Damit werden der Wasserhaushalt der Waldbestände sowie zugleich Waldbrand- und Hochwasserschutz unterstützt.

HessenForst betreut 70 Prozent der Waldfläche

HessenForst bewirtschaftet rund 340 000 Hektar Staatswald und betreut darüber hinaus rund 18 000 Körperschafts- und Privatwaldbetriebe mit mehr als 276 000 Hektar Waldfläche. Insgesamt betreut der Landesbetrieb damit knapp 70 Prozent der hessischen Waldfläche. Rund 1 880 Menschen waren 2025 bei HessenForst beschäftigt.

LW – LW 41/2026
Mit einem an den Klimawandel anpassen Wald wirtschaften HessenForst stellt Geschäftsbericht 2022 und 2023 vor