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Das Gulfhaus ist Bauernhaus des Jahres 2026

Ein schutzbedürftiger und kulturhistorischer Haustyp

In Ostfriesland gehören Gulfhäuser seit Jahrhunderten zur Landschaft. Meist auf Warften errichtet und durch Bäume geschützt, zeugen sie mit ihren weit ausgreifenden Dächern wie kein anderer Bautyp vom früheren Leben und Wirtschaften in der Region. 2026 ernennt der Verein Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) das Gulfhaus zum Bauernhaus des Jahres.

Das Haus Paradies in Dornum Nesse wurde vorbildlich instandgesetzt. Foto: Kai Nilson, IgB

Seit der Frühen Neuzeit ist das Gulfhaus Teil der ostfriesischen Landschaft. Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich der Haustyp zu einem breit gelagerten Gebäude, das Wohnen, Viehhaltung, Erntelager und Arbeitsräume unter einem durchgehenden First vereint, ohne die Funktionen zu vermischen. Charakteristisch ist das tief heruntergezogene, häufig abgewalmte Dach, das den großformatigen Baukörper mit seinen asymmetrischen Giebelseiten, dem mächtigen Scheunentor, Stalltüren und regelmäßig angeordneten Fensterreihen zusammenfasst.

Durchdachte Innenarchitektur

Hervorgegangen aus älteren Wohn-Stall-Bauten sowie Wirtschafts- und Speichergebäuden des nordwestdeutschen und niederländischen Raums, verbreitete sich das Gulfhaus vor allem in den Marsch- und Polderlandschaften zwischen Nordseeküste, Ems und Jade. Die fruchtbaren Böden boten hier ideale Voraussetzungen für ertragreichen Getreideanbau und umfangreiche Viehhaltung, worauf die innere Organisation des Haustyps durchdacht reagiert.

Interessengemeinschaft Bauernhaus/LW – LW 4/2026
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