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Angespannter Holzmarkt mit hohem Bedarf an Nadelholz

Jahreshauptversammlung der FBG Neuhof

Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neuhof zählt derzeit 682 Mitglieder, die zusammen eine Waldfläche von 1 662 ha bewirtschaften. Diese Zahlen nannte deren Vorsitzender Frank Klüh bei der Jahreshauptversammlung in Mittelkalbach. Die verstärkte Zusammenarbeit der FBG innerhalb der organisierten Holzvermarktung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FWV) Osthessen hat sich zuletzt positiv ausgewirkt.

Der neugewählte Vorstand der FBG Neuhof mit (v. l.) Hubert Lauer, Reinhold Möller, Frank Klüh, Geschäftsführerin Ulla Müglich, Friedhelm Kohlhepp und Bruno Seng. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Gleichzeitig bleibe der Holzmarkt angesichts einer schwächeren Konjunktur und rückläufiger Bautätigkeit angespannt. Holz sei weiterhin ein knappes Gut, und insbesondere bei Nadelholz – etwa Fichte und Kiefer – lägen die Preise derzeit auf dem seit rund 35 Jahren höchsten Niveau. Der Markt unterscheide zudem immer weniger zwischen frischem Holz und sogenanntem Käferholz. Sollten in den kommenden Wochen nicht mehr Bäume gefällt werden, könne sich die Situation laut Klüh zu einer existenziellen Krise für die Säge- und Holzindustrie entwickeln.

Das Jahr 2025 bezeichnete der Vorsitzende aufgrund günstiger Witterungsbedingungen als insgesamt zufriedenstellend für Waldbesitzer. Die durch Borkenkäfer verursachten Schadholzmengen seien im Vergleich zu 2024 um etwa 50 Prozent zurückgegangen. Trotz dieser Entwicklung liege das Schadensniveau weiterhin auf hohem Stand. Kritisch äußerte sich Klüh zur EU-Entwaldungsverordnung. Diese bringe für Waldbesitzer vor allem zusätzliche Bürokratie, ohne einen erkennbaren Nutzen zu schaffen.

Über die Geschäftszahlen informierte Geschäftsführerin Ulla Müglich. Sie berichtete von einem ausgeglichenen Haushalt und rechnet für 2026 in der FBG Neuhof mit einem Holzumsatz von rund 194 000 Euro. Zudem kündigte sie das 50-jährige Bestehen der FBG Neuhof an, das in 2027 entsprechend gefeiert werden soll.

FBG Neuhof stellt den Vorstand neu auf

Unter der Wahlleitung von Wigbert Gutmann vom Forstamt Fulda setzte sich der Vorstand zusammen. Vorsitzender bleibt Frank Klüh, der zugleich an der Spitze der Forstbetriebsvereinigung Rommerz steht. Zu seinem Stellvertreter wurde Bruno Seng gewählt, Vorsitzender der Forstbetriebsvereinigung Flieden. Die Kasse führt künftig Hubert Lauer, Vorsitzender der Forstbetriebsvereinigung Hauswurz sowie der Waldgenossenschaft Hauswurz. Sein Stellvertreter ist Friedhelm Kohlhepp von der Forstbetriebsvereinigung Heubach. Schriftführer bleibt Reinhold Möller, Vorsitzender der Forstbetriebsvereinigung Kalbach.

Zufrieden mit der Entwicklung der FBG Neuhof zeigte sich auch der Geschäftsführer der FWV Osthessen, Hartmut Ziegler. Ihr Anteil am Gesamtumsatz der Vereinigung sei deutlich gestiegen: Lag er in den Jahren 2021 und 2022 noch bei 1,5 beziehungsweise zwei Prozent, so erreichte er im vergangenen Jahr 10,5 Prozent. Das entspreche nunmehr einem Umsatz von 295 573 Euro bei 4 172 Festmetern verkauftem Holz. Den größten Anteil daran habe Fichtenstammholz mit 2 840 Festmetern. Ziegler ging auf die aktuelle Marktlage, die Entwicklung der Brennholzpreise sowie auf drei regionale Sägewerke ein. Sie stellte er von großer Bedeutung für die Region heraus.

Der Leiter des Forstamtes Fulda, David Nöllenheidt, lobte die gute Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern und ihren Organisationen. In den Leitungen der sechs Staatsreviere innerhalb der FBG Neuhof habe sich zuletzt ein Generationenwechsel vollzogen. Die jüngeren Revierleiterinnen und Revierleiter seien motiviert und sollten von den Waldbesitzern insbesondere bei geplanten Holzeinschlägen oder Fragen zum Waldaufbau einbezogen werden.

bh – LW 13/2026
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