Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) hatte im Vorfeld des EU-Gipfels am 18. Dezember zur Unterstützung der Bauernprotesten in Brüssel aufgerufen, um gegen die Pläne der EU-Kommission zur GAP 2028 und das Mercosur-Abkommen zu demonstrieren. Ein Bus mit BWV-Mitgliedern machte sich am Donnerstag um 4.30 Uhr auf den Weg.
Die Diskussion zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU und zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 läuft aktuell in eine absolut falsche Richtung. Die bewährte Zwei-Säulen-Struktur soll abgeschafft, das Geld für die Landwirtschaft um mehr als 20 Prozent gekürzt und die Direktzahlungen bereits ab 20 000 Euro gekürzt und bei
100 000 Euro gedeckelt werden.
Diese Pläne, von denen alle Betriebe betroffen sind, werden vom gesamten Berufsstand in der EU abgelehnt. Mehr als 40 nationale Bauernverbände und Organisationen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten riefen zur Demonstration in Brüssel auf. Auch das Mercosur-Abkommen stand auf der Agenda der Staats- und Regierungschefs und war ein weiterer Grund für die große Beteiligung. Die europäische Landwirtschaft forderte:
Es gab einen Protestmarsch vorbei an den europäischen Institutionen mit Kundgebungen, bei denen auch der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Günther Felßner, sprach. Tausende Landwirte demonstrierten friedlich und gemeinsam im europäischen Geist für ihre Anliegen.
Den Weg ins Fernsehen schafften aber hauptsächlich die Ausschreitungen einzelner Radikaler, die weder zur Landwirtschaft gehören, noch deren
Ziele verfolgen. Diese Berichterstattung wurde weder der Stimmung noch dem Ablauf vor Ort gerecht.
Unabhängig davon ist es gelungen, ein starkes Zeichen Richtung EU-Kommission und Bundesregierung zu senden, das hoffentlich Wirkung im weiteren Verlauf der Verhandlungen zeigt.
bwv – LW 1/2026