Körnerleguminosen bleiben in Rheinland-Pfalz, trotz aller Bemühungen den Leguminosenanbau zu fördern, ein Nischenprodukt. Im Jahr 2025 betrug die Anbaufläche für Körnerleguminosen, einschließlich Saatgutgewinnung, etwa 9 800 ha. Dabei dominierte die Futtererbse mit 5 000 ha. Die Anbaufläche der Ackerbohne stieg im Vergleich zu 2024 um 100 Prozent und belief sich auf wieder 800 ha, wie schon im Jahr 2023. Die Sojabohne liegt bei nur 300 ha.
Die nachfolgend vorgestellten Ergebnisse beruhen auf Sortenversuchen aus Rheinland-Pfalz, die durch Daten der benachbarten Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ergänzt werden, um eine ausreichende Datengrundlage zu gewährleisten. Bei der Auswertung zählen daher vor allem die ein- und mehrjährigen Ergebnisse des Anbaugebietes Süd-West. Mehrjährige Ergebnisse sind Ausdruck von Ertragspotenzial und Ertragsstabilität und bieten die Gewähr, dass sich die Ergebnisse der Versuche auch im praktischen Alltag auf den Betrieben widerspiegeln. Die überregionalen Rohproteinerträge liegen noch nicht vor.
Ergebnisse zu Futtererbsen
Im Jahr 2025 wurden in Rheinland-Pfalz zwei Landesortenversuche (LSV) mit Futtererbsen durchgeführt. Das durchschnittliche Ertragsniveau von 46,5 dt/ha des Versuchs im Anbaugebiet Süd-West entsprach dem mittleren Ertragsniveau der Jahre 2020 bis 2024. In Rheinland-Pfalz wurde ein niedrigeres Ertragsniveau von 31,3 dt/ha erzielt. In Rheinhessen (Wallertheim) fiel der Ertrag mit 27,5 dt/ha um 43 Prozent unter den Vorjahresertrag. Im Donnersbergkreis (Lautersheim), lag der Ertrag mit 35,1 dt/ha ebenfalls 43 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Das Sortiment umfasste acht Sorten. Die neu in das Sortiment aufgenommenen Sorte Cosmos erzielte im ersten Jahr in Rheinhessen sehr gute Kornerträge, schnitt jedoch im Donnersbergkreis weniger gut ab. Spitzenreiter in Rheinland-Pfalz waren die Sorten Astronaute mit einem Relativertrag von 110 Prozent, gefolgt von Cosmos mit 105 Prozent, sowie Symbios mit 104 Prozent. Das Schlusslicht bildete NOS Impact mit 86 Prozent.
Beim Rohproteinertrag stachen in Reinhessen (Wallertheim) die Sorten NOS Impact und Iconic, im Donnersbergkreis (Lautersheim) die Sorten Astronaute, Iconic und Symbios hervor. Bei der mehrjährigen Verrechnung (2021 bis 2025) erzielten im Anbaugebiet Süd-West Iconic und Symbios überdurchschnittliche Erträge.
Tabelle 3 gibt einen Überblick zu wichtigen Eigenschaften der geprüften Futtererbsensorten laut Beschreibender Sortenliste (BSL) 2025 des Bundessortenamtes (BSA), die auf bundesweiten, mehrjährigen Ergebnissen beruhen.
Dr. Herbert von Francken-Welz Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen – Nahe-Hunsrück – LW 5/2026