Erträge von Körnererbsen und Ackerbohnen brachen ein

LSV und Sortenempfehlungen Körnerleguminosen

Die zunehmende Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach gentechnikfrei erzeugten landwirtschaftlichen Produkten hat viele Landwirte motiviert, sich mit dem Anbau von Körnerleguminosen zu beschäftigen. Dr. Antje Herrmann, Fachinformation Pflanzenbau, LLH, Landwirtschaftszentrum Eichhof, stellt die Sortenversuchsergebnisse vor und spricht Empfehlungen zur Aussaat 2019 aus.

Das Ertragsniveau der geprüften Körnererbsensorten lag mit 48,6 dt/ha 16 Prozent deutlich unter dem Ergebnis der Vorjahre.
Foto: Herrmann

Ackerbohnen und Erbsen können bei Beachtung der Empfehlungen zur Kohlenhydratversorgung in Milchkuhrationen gur als Protein-Träger eingesetzt werden. Auch für die Schweinefütterung sind Bohnen und Erbsen bei Beachtung der empfohlenen Höchstmengen und Aminosäuresupplementierung gut geeignet. In der Geflügelfütterung einsatzbegrenzende schwefelhaltige Aminosäuren können über Supplementierung ausgeglichen werden.

Zu bevorzugen sind Sorten mit geringen Gehalten an leistungsmindernden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen wie Tanninen oder Vicin/Convicin. Aufgrund der höheren Wertschöpfung, werden Körnerleguminosen noch meist innerbetrieblich verwertet, der Markt für heimische Leguminosen entwickelt sich langsam. Hindernd auf der Verarbeitungsseite wirken vor allem die nicht kontinuierliche Marktversorgung, während für Landwirte die Erzeugerpreise meist noch unbefriedigend sind. Auch die im Vergleich zu Getreide größere Witterungsabhängigkeit von Ackerbohnen und Erbsen und daraus resultierende stärkere Ertragsschwankungen mindern die Akzeptanz durch die Anbauer.

 – LW 5/2019