Tierhaltung | LW HEUTE

Kupierverzicht möglich durch verbesserte Buchtenstruktur?

Untersuchungen in der Ferkelaufzucht durchgeführt

Eine erfolgreich von den Tieren umgesetzte Buchtenstruktur macht einen Unterschied, wenn es um die Haltung unkupierter Ferkel geht. Kai Gevers von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellt dazu Erfahrungen der Versuchsstation Wehnen aus einem Umbau vor.

Das Konsortialprojekt zum Verzicht auf Schwanzkupieren beim Schwein (KoVeSch) wurde von 2018 bis 2022 unter anderem in den Ställen der Versuchsstation Wehnen der LWK Niedersachsen durchgeführt. Ziel des Projektes war es, Maßnahmen zu entwickeln, die es Landwirten ermöglichen sollen, langfristig auf das Schwanzkupieren zu verzichten. Die Ergebnisse zeigten, dass eine verbesserte Buchtenstrukturierung das Schwanzbeißgeschehen maßgeblich beeinflusst. Daher wurde im September 2024 ein weiteres Abteil der Versuchsstation in Wehnen im Rahmen des Forschungsprojektes TiPP (Transparency in Pig Production) verändert, um dem Schwanzbeißen mit dem Umbau und Einbau weiterer Klimasensoren näher auf den Grund zu gehen. Die sechs Buchten der Ferkelaufzucht (FAZ) wurden bereits 2021 als Drei-Flächenbucht aufgebaut. Diese bestehen aus jeweils einem Kotbereich mit Tränkevorrichtungen auf Gussrosten, daran anschließend einem Aktivitäts-, Fress- und Beschäftigungsbereich auf Kunststoffspalten und am Versorgungsgang gelegen einem Liegebereich – ebenfalls aus Kunststoffspalten (Bild 1). Im Ergebnis wurde von den Tieren keine klare Buchtenstruktur umgesetzt. Zudem kam es zu häufig zu Schwanzbeißereignissen. Die erste Optimierung zur Verbesserung der Buchtenstruktur fand dann 2023 statt. Anders als zu Beginn in 2021/22 wurden zusätzlich abgedunkelte Bereiche geschaffen (Bild 1). Durch Ausschaltung einer Lichtleiste konnte die Akzeptanz der Buchtenstruktur und das Abliegen im angestrebten Liegebereich verbessert werden. In vier der sechs Buchten haben die Tiere den Kot- und Liegebereich korrekt angelegt und setzten dies an Tag 25 weiter um. Nichtsdestotrotz gab es Optimierungsbedarf, da die Situation bezüglich der Buchtenstruktur und Schwanzbeißereignisse noch nicht zufriedenstellend war, sodass umgebaut wurde.

 – LW 7/2026
Buchtenpartner wird dem Spielzeug vorgezogen Untersuchung zur Beschäftigung bei Aufzuchtferkeln
Zucht auf kürzere Schwänze für weniger Schwanzbeißen? Kein Zusammenhang zwischen Schwanzlänge und -verlusten
Früherkennung verhindert Schlimmeres Kupierverzicht erfordert gut angepasstes Management