Aus der Region | LW HEUTE

Naturschutz im Wald nur mit den Eigentümern

Forstminister Jung besucht den Markwald Bellersheim

Der Wald der Markgenossenschaft in Bellersheim, ein laubholzgeprägter Mischwald, bietet vielen Tierarten ein Zuhause. So leben hier unter anderem 15 von 20 insgesamt in Hessen vorkommenden Fledermausarten. Im Herbst sammeln sich über 50 Rotmilane vor ihrem Flug in den Süden. Der artenreiche Wald sei ein gelungenes Beispiel für dauerhaften Naturschutz in der Verantwortung der Waldeigentümer. Dies stellten die Vorsitzende des Markwaldes, Sylvia Ruppel, und der Präsident des hessischen Waldbesitzerverbandes, Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont, bei einem Besuch des hessischen Forst- und Umweltministers Ingmar Jung vergangene Woche in dem Hungener Stadtteil heraus.

V.l.: Christian Raupach, Geschäftsführer des hessischen Waldbesitzerverbandes, Forstminister Ingmar Jung, Markmeisterin Sylvia Ruppel und Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont. Foto: Mohr

„Waldeigentümer tragen seit Generationen Verantwortung für gesunde Ökosysteme – im ureigenen Interesse und für kommende Generationen“, so Fürst zu Waldeck. Oft entstünden wertvolle Lebensräume erst durch die Pflege und Aufmerksamkeit der Eigentümer. Mit Blick auf zunehmende Vereinnahmungen und Forderungen von Naturschutzorganisationen betonte Ruppel: „Wir wissen besser, was vor Ort zu tun ist, und fordern dafür Vertrauen ein.“ Dem pflichtete der Forstminister bei. Naturschutz müsse mit den Eigentümern stattfinden. Sie seien die besten Naturschützer, weil sie ihren Wald und ihre Felder erhalten wollen.

Der rund 200 Hektar große Bellersheimer Markwald ist seit über 600 Jahren gemeinschaftliches Eigentum von derzeit 49 Privatpersonen, zwei Kirchengemeinden und der Stadt Hungen, wie Markmeisterin Ruppel berichtete. Die Mark könne nur als Ganzes verwaltet und bewirtschaftet werden. „Anteile können nicht verkauft, sondern nur vererbt werden“, erklärte Ruppel, die seit 25 Jahren ehrenamtlich den gemeinschaftlichen Waldbesitz führt. Die Erträge durch den Holzverkauf würden, abgesehen von kleineren Ausschüttungen, wieder in den Wald investiert. „Wir wollen einen gut strukturierten Laubmischwald.“ Auch der Markwald probiert im Anblick des Klimawandels den Anbau neuer Baumarten aus. Eine Besonderheit in Bellersheim ist die Schwarznuss. Sie ist trockenheitsverträglich, wächst schnell und liefert ein wertvolles Holz für die Möbelindustrie. Ein Vorteil ist, dass bei ihr bislang noch keine Schädlinge aufgetreten sind.

CM – LW 35/2025
Auch gesunde Flächen beim Waldumbau einbeziehen Treffen oberhessischer Markmeister und Waldbesitzer
Wälder „stillzulegen“ führt dazu, dass Holzimport steigt Mitgliederversammlung der Waldbesitzer Kreis Fulda
Die Eichen haben deutlich an Vitalität verloren Waldschutzsituation 2024/25 in Hessen