Sommerweizen gilt als Lückenbüßer unter den Kulturen: Oft wird auf ihn zurückgegriffen, wenn die Etablierung der eigentlich geplanten Winterung nicht erfolgreich war. Trotz niedrigerer Erträge gegenüber der Winterform bietet Sommerweizen aber auch gewisse agronomische Potenziale, die sich im LSV wieder gezeigt haben.
Bei ungünstigen Aussaatbedingungen am Jahresende, kann der Sommerweizen-Anbau im Folgejahr eine Alternative darstellen. In Hessen spielte die Kultur mit einer Anbaufläche von etwa 3 000 ha 2025 eine eher untergeordnete Rolle gegenüber dem Winterweizen, der auf 149 700 ha stand.
Trockenes Frühjahr machte Sommerweizen zu schaffen
Die Aussaatbedingungen im Herbst 2024 gestalteten sich tatsächlich schwierig für den Winterweizen, der sich je nach Aussaattermin sehr unterschiedlich entwickelte. Eine Chance für den Sommerweizen war damit gegeben, wegen der trockenen Frühjahre sind Sommerkulturen aber zunehmend mit Unsicherheiten behaftet. So stellte auch 2025 das trocken-kalte Frühjahr eine große Herausforderung für Sommerweizen dar. Dies mündete dann im Frühsommer in sehr heiße und weiterhin trockene Tage. Der Sommerweizen entwickelte sich daher relativ zurückhaltend und fiel im Wuchs niedriger aus.
Durch die Trockenheit konnten sich aber auch viele pilzliche Schaderreger nicht durchsetzen. Sonst häufige Blattkrankheiten wie Septoria oder Gelbrost traten nur selten auf. Eine Ausnahme bildete Weizenbraunrost, der im Sommer von hohen Temperaturen in Verbindung mit Niederschlägen profitierte.
Manuel Fränzke, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) – LW 2/2026