Im ökologischen Getreideanbau sind langstrohige Sorten mit ausreichender Standfestigkeit, einer schnellen Jugendentwicklung und guter Unkrautunterdrückung gefragt. Darüber hinaus müssen selbstverständlich auch Ertragspotenzial und Inhaltsstoffe überzeugen. Triticale erfüllt diese Anforderungen wie kaum eine andere Getreideart. Zwischen den einzelnen Sorten bestehen jedoch erhebliche Unterschiede hinsichtlich dieser Merkmale. Die Landessortenversuche unterstützen die Landwirtinnen und Landwirte dabei, die für ihren Standort am besten geeigneten Sorten auszuwählen.
Aus der Kreuzung von Winterweizen und Winterroggen entstanden, vereint die Triticale die Anspruchslosigkeit des Roggens mit der Ertragsleistung des Weizens. Dadurch kann sie auf fast allen landwirtschaftlich genutzten Standorten wirtschaftlich angebaut werden. In vielen ökologisch wirtschaftenden Betrieben hat der Triticaleanbau daher einen festen Platz in der Fruchtfolge.
Triticale wird überwiegend als Futtergetreide angebaut und ist in der Tierfütterung vielseitig einsetzbar. Besonders geschätzt wird sie in der Milchvieh- und Schweinefütterung. Aber auch in der Geflügelhaltung kann Triticale in begrenzten Anteilen eingesetzt werden.
Bei der Krankheitsanfälligkeit gilt der Gelbrost als wichtigste Krankheit. Bei anfälligen Sorten und entsprechenden Witterungsbedingungen kann ein Befall rasch zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Daneben treten Braunrost, Rhynchosporium-Blattflecken und seltener auch Mehltau auf.
Reinhard Schmidt, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen – LW 35/2026