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Versuche zeigen ein differenziertes Bild

Planung der Blütenbehandlung in Winterraps

Die Rapsbestände haben im Süden bereits die Blüte erreicht und sind örtlich bis über das BBCH-Stadium 63 hinaus entwickelt, während Raps im Norden und in den Höhenlagen noch voll im Knospenstadium ist beziehungsweise bald in die Blüte übergeht. Alljährlich stellt sich die Frage, ob eine Blütenbehandlung ge- gen Weißstängeligkeit notwendig ist, da diese Krankheit bei einem starken Auftreten zu hohen Ertragseinbußen von mehr als 12 dt/ha führen kann, so wie in den Jahren 2016 und 2017 geschehen.

Eine Blütenbehandlung mit Dropleg-Düsen bringt den Wirkstoff gezielt in den unteren Bereich des Bestandes und verbessert die Bienenverträglichkeit deutlich. Foto: landpixel

In den letzten Jahren trat die Weißstängeligkeit (Sklerotinia sklerotiorum) kaum auf. In einem mehrjährig angelegten Großparzellenversuch wurde auf verschiedenen landwirtschaftlichen Betriebsstandorten in Hessen und NRW der Vergleich zwischen einer Sklerotinia-toleranten und einer nicht toleranten Sorte mit und ohne Fungizidbehandlung in Bezug auf den Rapsertrag durchgeführt. Die Fungizide variierten zwischen den Jahren und wurden mit der jeweiligen Technik der Landwirte betriebsüblich ausgebracht. Zur Ernte wurden die Großparzellen ebenfalls mit der Technik der Landwirte gedroschen, die Erträge gewogen und statistisch verrechnet.

Bei Befall werden Behandlungen sehr wirtschaftlich

Die Ertragsniveaus der einzelnen Orte unterschieden sich. Ein Sorteneinfluss konnte nicht nachgewiesen werden. Fungizidbehandlungen zeigten jedoch statistisch absicherbare Mehrerträge, jedoch auf niedrigem Niveau. Die Grafik 2 zeigt den Einfluss der Fungizidmaßnahmen gemittelt über alle Standorte und Sorten.

Bei Verrechnung aller Versuchsdaten über die Sorten hinweg konnte durch eine Fungizidbehandlung ein signifikanter Mehrertrag von 1,4 dt/ha erzielt werden. In den Versuchsjahren war das Auftreten der Weißstängeligkeit sehr schwach bis nicht vorhanden. Daher konnte die tolerante Sorte ihre Stärke nicht ausspielen.

Die statistisch abgesicherten Mehrerträge durch Fungizidbehandlungen sind wahrscheinlich auf einen Vitalisierungseffekt der Pflanzenbestände zurückzuführen. Je nach Erzeugerpreis, Kosten für Fungizid- und Überfahrten muss entschieden werden, ob sich eine Maßnahme unter Nichtbefallsbedingungen lohnt oder nicht. Sofern Befallsbedingungen auftreten, kann die Maßnahme jedoch hoch wirtschaftlich sein.

Dr. Dominik Dicke, RP Gießen, Pflanzenschutzdienst Hessen  – LW 16/2026
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