Im hessischen Ried ist die Sojaanbaufläche gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Einer der Pioniere im Sojaanbau ist Wolfgang Wegfahrt aus Bensheim. Auf tonigen Lehmböden baut er im Roten Gebiet seit sieben Jahren erfolgreich Sojabohnen an. Was zunächst als skeptisch betrachteter Exot begann, hat sich heute zu einem festen Bestandteil der Fruchtfolge entwickelt. Inzwischen gehört die Sojabohne zu den rentabelsten Kulturen des Betriebes. Clara Stieg vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Regionalmanagerin im Leguminosen-Netzwerk, und Martin Miersch vom Sojaförderring haben den Brunnenhof besucht.
Der Betrieb bewirtschaftet rund 120 ha Ackerland. Etwa 85 Prozent davon sind beregnungsfähig, was ein entscheidender Vorteil in dieser sommertrockenen Region ist. Im langjährigen Mittel liegt die Niederschlagsmenge von Juni bis August im Bereich von nur 181 bis 205 mm. Wegfahrt setzt deshalb konsequent auf wassersparende Verfahren und wirtschaftet überwiegend pfluglos; etwa 80 Prozent der Flächen werden konservierend bearbeitet. Angebaut werden Getreide, Zuckerrüben, Mais und Sojabohnen. Die Sojabohne folgt dabei meist auf Getreide oder Zuckerrüben.
Die Sojabohnen werden in einem Reihenabstand von 37,5 cm mit einer Monosem Einzelkornsämaschine gesät; die Aussaatstärke liegt bei rund 66 Körner pro Quadratmeter. Mit durchschnittlich 41 dt/ha erreicht der Betrieb Erträge, die deutlich über vielen regionalen Durchschnittswerten liegen. Seit dem ersten Anbaujahr mit rund 23 ha Soja ist die Kultur fester Bestandteil des Betriebs geblieben.
Der Brunnenhof ist Mitglied im Deutschen Sojaförderring und zählt zu den engagierten Demonstrationsbetrieben im Leguminosen-Netzwerk (LeguNet). Im Rahmen des Projektes wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eine umfangreiche Soja-Sorten-Demonstrationsanlage angelegt – diesmal mit beeindruckenden 25 verschiedenen Sorten.
Im Interview erklärt Wolfgang Wegfahrt, warum beim Sojaanbau vor allem Mut zur eigenen Erfahrung gefragt ist, welche Fehler bereits vor dem Auflaufen der Bohnen entstehen können und weshalb für ihn eine erfolgreiche Sojakultur mit dem richtigen Wassermanagement beginnt.