Deutsche Weinmajestäten zu Besuch in Rheinhessen

Dynamische Weinregion mit starkem Zusammenhalt

Ende März war Rheinhessen Gastgeber der Deutschland-Tour der Deutschen Weinmajestäten. Weinkönigin Anna Zenz (Mosel) sowie die Weinprinzessinnen Emma Meinhardt (Saale-Unstrut) und Katja Simon (Hessische Bergstraße) erkundeten drei Tage lang gemeinsam mit der Rheinhessischen Weinkönigin Kathrin Knierim und Weinprinzessin Jil Kleber das größte deutsche Weinbaugebiet.

Die deutschen Weinmajestäten in Rheinhessen Ende März (v.l.): Kathrin Knierim, Anna Zenz, Katja Simon und Emma Meinhardt.

Foto: Weingut G.G. Huff

Die Tour durch Rheinhessen bot intensive Einblicke in die Vielfalt und Entwicklung des dortigen Weinbaus. Im Mittelpunkt standen die Menschen hinter den Weinen – und das, was die Region heute prägt: ein starkes Miteinander, generationenübergreifende Zusammenarbeit und eine klare Ausrichtung auf Qualität und Herkunft.

Der Auftakt in Flonheim stellte bei einem Abendessen regionale Küche und rheinhessische Weine in den Mittelpunkt. Bei entspannter Atmosphäre wurde die enge Verbindung von Genusskultur und Weinbau deutlich.

Am zweiten Tag führte die Tour zunächst ins Weingut Knewitz, wo die Brüder Tobias und Björn Knewitz den Fokus auf terroirgeprägte Weine und die Arbeit in den kalkhaltigen Lagen des Welzbachtals legten.

Die Verbindung von Herkunftsdenken und moderner Betriebsführung wurde dabei ebenso sichtbar wie der Anspruch, die Qualität konsequent weiterzuentwickeln. In Ingelheim empfingen Lena und Jan Singer-Fischer die Weinmajestäten im Weingut Singer-Fischer. Die Geschwister gaben Einblicke in ihren Betrieb, der sich auf zwei Bereiche verteilt: das Weingut mit Fokus auf klassische Weinproduktion sowie die familieneigene Sektmanufaktur, in der unter anderem Lohnversektung für zahlreiche Betriebe umgesetzt wird.

Gleichzeitig setzt die nächste Generation eigene Akzente: Mit ihrer Marke „Lena macht Sekt“ entwickelt Lena Singer-Fischer innovative Sektformate und zeigt, wie sich traditionelles Handwerk mit neuen Ideen verbinden lässt.

„Das Blaue Schaf“ – Engagement und Weinbau

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Weingut Dautermann. In den Weinbergen oberhalb der Ingelheimer Burgkirche stellte Kristian Dautermann sein Inklusionsprojekt „Das Blaue Schaf“ vor, das gesellschaftliches Engagement und Weinbau miteinander verbindet. Für dieses Konzept wurde der Betrieb mit dem Great Wine Capitals Best of Wine Tourism Award 2026 in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Zum Abschluss des Tages ging es ins Weingut Eppelmann. Hier zeigt sich generationenübergreifende Zusammenarbeit in der Praxis: Corinna und Christian Eppelmann entwickeln gemeinsam mit ihren Eltern Timo und Simone den Betrieb konsequent weiter und setzen klare inhaltliche Schwerpunkte auf Chardonnay, Spätburgunder und hochwertige Sekte.

Der hohe Qualitätsanspruch spiegelt sich auch in den Mitgliedschaften und Zertifizierungen wider: als Teil der Maxime Herkunft Rheinhessen, im Verband Traditioneller Sektmacher – mit Corinna Eppelmann im Vorstand – sowie durch die Naturland-Zertifizierung. Auch die Vinothek trägt das Label „Rheinhessen Ausgezeichnet“.

Der dritte Tag stand im Zeichen der Vielfalt rheinhessischer Betriebe und Herkunftsräume. Im Weingut Zehe-Clauß wurde die Bedeutung des ökologischen Weinbaus und einer klaren Herkunftsphilosophie ebenso deutlich wie der Blick auf die nächste Generation, die bereits Verantwortung übernimmt.

Im Weingut G. G. Huff rückte mit dem Roten Hang eines der prägendsten Terroirs Deutschlands in den Fokus. Die Familie Huff vermittelte eindrucksvoll, wie eng Herkunft und Stilistik miteinander verbunden sind und welche Strahlkraft diese Lagen für den deutschen Riesling besitzen.

Tradition und Moderne in Rheinhessen

Im Wonnegau zeigte das Weingut Dr. Koehler, wie sich Tradition und Moderne verbinden lassen. Christian Dreißigacker präsentierte seine Markenkonzepte und die architektonische Weiterentwicklung des Betriebs, die mit dem Great Wine Capitals Best of Wine Tourism Award 2026 in der Kategorie Architektur ausgezeichnet wurde.

Den Schlusspunkt der fachlichen Stationen setzte das Weingut Stefan Winter. Hier stand die konsequente Qualitätsphilosophie im Mittelpunkt, die sich insbesondere in der präzisen Umsetzung des Herkunftsgedankens widerspiegelt. Bereits vor rund 25 Jahren hat Stefan Winter diesen Weg mit einer klaren Vision eingeschlagen und den Betrieb seither kontinuierlich darauf ausgerichtet.

Das Finale der Tour fand im Bio-Weingut Bernhard-Räder in Flomborn statt. In gemeinsamer Runde mit weiteren rheinhessischen Akteuren wurden Eindrücke vertieft, Erfahrungen ausgetauscht und die Vielfalt der Region noch einmal erlebbar gemacht. Die Deutschland-Tour hat eindrucksvoll gezeigt: Rheinhessen ist eine Region im Wandel, die ihre Stärken aus Tradition, Innovationskraft und einem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl schöpft. Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Betriebe und über Generationen hinweg bildet dabei das Fundament für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Weinbaus.

Rheinhessenwein e.V. – LW 16/2026