Umgang mit Trockenheit zur Aussaat von Winterraps
Solange die enorme Trockenheit im Oberboden anhält, müssen bei der Saat von Winterraps einige Faktoren beachtet werden: Die Saat in den trockenen Boden ist risikobehaftet. Auf später eintretende Bedingungen kann dann oft nicht reagiert werden.
Mit unterschiedlicher Wasserversorgung im Boden laufen die Raps-Pflanzen ungleichmäßig auf. Einzelpflanzen werden nacheinander von Schädlingen wie Erdfloh oder Schnecken gänzlich abgefressen, was zum Totalausfall führt. Bei homogen auflaufenden Beständen, die am Rand mit doppelter Saatstärke angelegt sind, kann ein Komplettverlust verhindert werden.
Auch Unkraut und Ungräser laufen mit jedem Niederschlagsereignis in Wellen auf. Ist der Rapsbestand dann noch unterschiedlich weit in der Entwicklung fortgeschritten, gestaltet sich die Wahl des Herbizides und dessen Anwendungstermin als Herausforderung.
Eine Düngegabe zur Strohrotte ist bei ausgeprägter Trockenheit des Oberbodens nur bedingt effizient. Denn es braucht genügend Wasser, um die mikrobielle Umsetzung der organischen Masse zu ermöglichen. Dennoch kann eine moderate Stickstoffgabe die Jugendentwicklung bei hohem Strohanteil im Oberboden unterstützen.
Anhaltende Trockenheit nach dem Herbizideinsatz verzögert den Wirkstoffabbau. Mehrfaches, möglichst tiefes Einmischen in feuchten Boden verdünnt die Wirkstoffkonzentration und beschleunigt den Abbau.
Die Wahl spätsaatgeeigneter Sorten und geduldiges Abwarten des Saattermins bis ausreichende Bodenfeuchte erreicht ist, werden mit schneller, gleichmäßiger Jugendentwicklung und erfolgreich etabliertem Raps belohnt.
Simon Freitag, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)
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