Warum handelt das Kartellamt nicht?
Kreisversammlung AZ-WO diskutiert über Handel
Kreisvorsitzender Florian Schmitt konnte in Albig als Hauptredner Karsten Schmal, den Vizepräsidenten des Deutschen Bauern Verbandes (DBV) und den Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes begrüßen. Er hat einen weiten Weg auf sich genommen, um den Bauern und Winzern in seinem Vortrag „Zwischen volatilen Märkten und Agrarpolitik“ zu zeigen: Nahrungsmittelproduktion macht Sinn.
Foto: Setzepfand
Nur Rindfleisch und Geflügel noch wirtschaftlich
Was noch gut laufe, sei Rindfleisch und Geflügel, weshalb die Berater vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen die Landwirte über Geflügelhaltung aufklären. „Doch der Selbstversorgungsgrad liegt bei 73 Prozent, da ist nicht mehr viel Luft“, so Schmal. Wie die Monopolkommission im November darstellte, gehe die Schere zwischen Erzeugerpreis und Verbraucherpreis weiter auseinander. „Der Handel verzeichnet Rekordgewinne und wir fragen uns, warum handelt das Kartellamt nicht?“
Lidl baut Rechenzentrum für elf Milliarden Euro
Lidl baut derzeit ein Rechenzentrum für elf Milliarden Euro im Spreewald mit Bauerngeld. Und es zeige sich, dass der Preiskampf bei Lidl, Aldi und Co weitergehe, wie der Preiswettkampf vor Weihnachten um die Butter zeigte. So geht der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft weiter. Seit 2010 um 1,2 Prozent pro Jahr, sodass es im Jahr 2023 rund 255 000 Landwirte gab und im Jahr 2040 wohl nur noch 207 000 Landwirte geben werde. Diese Einschätzung teilt nach den Folien von Schmal die DZ Bank, ein Zusammenschluss der genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken, nicht: Diese erwarten einen stärkeren Rückgang von 256 000 Betrieben im Jahr 2022 auf etwa 100 000 Höfe im Jahr 2040. Da die landwirtschaftliche Fläche in Deutschland bis 2040 weitgehend unverändert bleiben dürfte, wird die Durchschnittsgröße eines Betriebs von 64,8 Hektar im Jahr 2022 auf 160 Hektar im Jahr 2040 zulegen. Hierbei werde auch der demografische Wandel berücksichtigt mit den vielen Landwirten, die in den nächsten Jahren in Rente gehen werden.
zep – LW 6/2026
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