Die Sommerbraugerste in Herbstaussaat ist gedroschen

Begleitung von Praxisflächen im LW-Gebiet – letzter Teil

Das LW hat in den letzten Monaten Herbstaussaaten der Sommergersten-Sorte Leandra und Avalon in verschiedenen Regionen des LW-Gebietes durch die Anbausaison 2021/2022 begleitet. Die fünf Betriebe, die uns dankenswerterweise regelmäßig Fotos und aktuelle Beobachtungen ihrer Bestände zur Verfügung gestellt haben, präsentieren hier abschließend ihre Ernteergebnisse.

Bei Bernd Rück in Roßdorf wurde die Braugerste am 5. Juli beerntet.

Foto: privat

Bei der Werner und Mario Wald GbR (Riedstadt-Leeheim, Südhessen) erfolgte die Ernte der am 25. November spät gesäten Gerste schon am 24. Juni. Der Ertrag lag trotz der relativ kurzen Vegetationszeit bei 72 dt/ha bei einem Eiweißgehalt von 9,9 Prozent; der Vollgerstenanteil erreichte 95,4 Prozent. „Wir sind mit dem Ertrag sehr zufrieden“, sagte Werner Wald dem LW.

Gute Erträge drücken den Eiweißgehalt

Bernd Rück (Rosenhof, Roßdorf bei Darmstadt, Rhein-Main-Gebiet) hat seine Bestände am 5. Juli beerntet. Die Mitte November nach Rüben gesäte Leandra brachte einen Ertrag von 83 dt/ha. „Die Flächen liegen im Wasserschutzgebiet und daher konnte nur eine verhaltene N-Düngung durchgeführt werden. Der Eiweiß-Gehalt lag folgerichtig leider nur bei 8,2 Prozent“, erklärte Rück sein Ergebnis. Der Vollgerstenanteil beträgt 96,2 Prozent.

Für Clemens Lischka (Hof Güll, Lich, Mittelhessen) fiel die Braugersten-Ernte nach seinen Worten „bombig“ aus. Er konnte 90 dt dreschen, bei einem Vollgerstenanteil von 98 Prozent. „Das bei diesem Ergebnis und der vorherrschenden Witterung die Proteinwerte etwas leiden, war klar“, erläuterte der Ackerbauer dem LW.
Seine Sommerbraugerste in Herbstaussaat erreichte Eiweißgehalte von 8 bis 9 Prozent.

Frühjahrsaussaaten schnitten schwächer ab

Erich Schaumburg brachte seine im Herbst gesäte Sommerbraugerste in Niestetal Anfang dieser Woche ein.

Foto: privat

Bei Adolf Dahlem (Gundersheim bei Alzey, Rheinhessen) hat sich seine Prognose am letzten Berichtstermin bestätigt: Seine im Herbst gesäten Sommerbraugersten Avalon und Leandra brachten bei sehr heterogenen Ergebnissen 65 bis 90 dt/ha auf die Waage. „Man muss aber dazusagen, dass die Frühjahrsaussaaten nur fünfzig bis sechzig Dezitonnen gebracht haben“, so der Betriebsleiter des Hofguts

Dahlem. Bei ihm stehen für die

Herbstaussaat relativ gute 8,4 bis 11 Prozent Protein-Gehalt und stark schwankende Vollgerstenanteile von 60 bis 90 Prozent zu Buche. Die Frühjahrsaussaaten haben maximal 9 Prozent Protein erreicht.

Erich Schaumburg (Niestetal bei Kassel, Nordhessen) brachte seine im Herbst gesäte Sommerbraugerste Anfang dieser Woche mit 95 bis 100 dt/ha ein. „Leider ist der Eiweißgehalt mit 8,6 Prozent doch recht schwach ausgefallen; der Vollgerstenanteil liegt bei 95,7 Prozent.“ Er müsse jetzt erst einmal sehen, wie die Vermarktung der Partien mit schwachen Proteingehalten läuft. Tendenziell müsste die Ware aber wegen der allgemein schwachen Eiweiß-Werte und der kleinen Mengen am Markt ihre Abnehmer finden.

KB – LW 29/2022