Mehr Wolfsrisse in Hessen: Herdenschutzprämie eingeführt
Schaf- und Ziegenhalter erhalten künftig 31 Euro/ha
Vermehrte Wolfsnachweise in den letzten Monaten zeigen, dass der Wolf in Hessen keine Besonderheit mehr ist. Deshalb hat das hessische Landwirtschaftsministerium (HMUKLV) jetzt die „Herdenschutzprämie Plus“ eingeführt, die Schaf- und Ziegenhalter landesweit für den Arbeitsmehraufwand und Investitionskosten beim Herdenschutz erhalten sollen. Insgesamt 500 000 Euro an Landesmitteln werden dafür bereitgestellt. Dies teilt das HMUKLV in einer Pressemitteilung mit.

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Anträge bis zum 31. Juli stellen
Für die neue Flächenprämie von 31 Euro/ha stellt das Umweltministerium jährlich 500 000 Euro an Landesmitteln bereit. Antragsteller verpflichten sich zu einem Herdenschutz nach guter fachlicher Praxis mit täglichen Zaunkontrollen, Festzäunen in einer Höhe von 120 cm und zusätzlicher Elektroleitung oder einen Rundum-Elektrozaun von mindestens 90 cm Höhe. Damit wird nach Ansicht des HMUKLV der Mehraufwand abgegolten und nicht nur die einmalige Investition für einen Zaun. Die Antragsformulare werden in dieser Woche an die landwirtschaftlichen Förderstellen versendet. Antragsfrist ist der 31. Juli.
Eine zusätzliche Förderrichtlinie für Investitionen in den Herdenschutz, die bundesweit ab 2020 gelten soll, befinde sich in Arbeit. Sie müsse von der EU noch genehmigt werden. Damit könnten weitere Investitionen in die Weidetierhaltung finanziert werden, wenn sich Wölfe fest in Hessen niederlassen und Reviere bilden. Diese Richtlinie werde dann auch die Entschädigung bei Rissen regeln. Allerdings erhielten Weidetierhalter bereits jetzt eine unbürokratische Entschädigung im Einzelfall. Voraussetzung sei, dass diese ihrer Verpflichtung zum Schutz ihrer Tiere nachgekommen seien.
LW – LW 24/2019