70 Prozent der Maisflächen sind über Winter grün
Winterbegrünung – Standard auf deutschen Äckern
Die Winterbegrünung bleibt eine fest verankerte Praxis in der deutschen Landwirtschaft. Das geht aus einer Repräsentativbefragung des Marktforschungsinstituts Kynetec hervor, die im Frühjahr 2026 im Auftrag des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) unter etwa 2000 Landwirten in Deutschland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie etabliert der Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten auf Maisflächen inzwischen ist.
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Regionale Unterschiede
Bei der Betrachtung der Regionen ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen den westlichen und östlichen Bundesländern. In den westlichen Bundesländern wurden auf etwa 1,3 Mio. ha (71,2 Prozent) Winterbegrünungen bei einer Gesamtmaisfläche von voraussichtlich rund 1,8 Mio. ha etabliert. In den östlichen Bundesländern erstreckte sich die Winterbegrünung auf rund 405 000 ha (64,8 Prozent) bei einer Gesamtfläche von zirka 625 000 ha. Bei der Wahl der Zwischenfrüchte zeigt sich ein klares Bild: Gelbsenf behauptet mit deutlichem Abstand seine Stellung als beliebteste Zwischenfrucht auf den Betrieben. Zwischenfruchtmischungen und Ölrettich folgen auf den weiteren Plätzen und gewinnen für eine vielfältige Fruchtfolge und den Bodenschutz weiterhin an Bedeutung, während weitere Kulturen wie Phacelia, Ramtillkraut und Grünroggen das Spektrum auf den Feldern ergänzen.
Die Bedeutung der Winterbegrünung
Während überwinternde Hauptkulturen wie beispielsweise Wintergetreide oder Winterraps den Boden im Winter weitestgehend bedecken, entstehen bei Sommerkulturen wie dem Mais zwischen seiner Aussaat und der Ernte der Vorfrucht Brachzeiten. Ein unbedeckter Boden birgt jedoch erhebliche Risiken, da starke Regenfälle die wertvolle Humusschicht abtragen und Nährstoffe ins Grundwasser auswaschen können. Um diesen negativen Einflüssen entgegenzuwirken, setzen Betriebe auf den gezielten Anbau von verschiedenen Zwischenfrüchten und Untersaaten. Die Pflanzen bilden einen dichten Schutzteppich, der die Erosion verhindert und die Bodenfeuchtigkeit sicherstellt. Viele dieser Zwischenfrüchte frieren im Laufe des Winters ab und werden zu einer natürlichen Mulchschicht, die sich im Frühjahr in wertvollen Humus verwandelt.
Gleichzeitig fungiert die Begrünung als natürlicher Nährstoffspeicher: Die Wurzeln nehmen im Herbst Nährstoffe wie Stickstoff auf und stellen sie der nachfolgenden Kultur wieder gezielt zur Verfügung. Neben dem Bodenschutz profitiert auch die Artenvielfalt, denn die begrünten Flächen bieten Wildtieren, Vögeln und Nützlingen bis weit in den Winter hinein Nahrung und Rückzugsorte. Des Weiteren wird damit der Regelungen zur Mindestbodenbedeckung im Winter (GLÖZ 6) Rechnung getragen. Diese besagen, dass auf mindestens 80 Prozent der Ackerfläche eines Betriebes bis zum 31. Dezember des Antragsjahres eine Mindestbodenbedeckung sicherzustellen ist.
dmk – LW 45/2026
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